Karfreitag in Rom: Papst führt Kreuzweg-Prozession an
zuletzt aktualisiert: 06.04.2007 - 22:20Rom (RPO). Papst Benedikt XVI. hat am Freitagabend die traditionelle Karfreitags-Prozession in Rom durchgeführt und beim Start am Colosseum ein großes Kreuz getragen. Die Feier im Schein Tausender Kerzen war der erste Höhepunkt der Kar- und Ostertage in Rom. 67 Sender übertrugen weltweit.
Am Nachmittag hatte Benedikt XVI. mit einem zweistündigen Gottesdienst die Feier der Passion Jesu begangen. Dabei verharrte der Papst einige Augenblicke ausgestreckt auf dem Boden liegend vor dem Hauptaltar. Mit den Gläubigen betete er für die großen Anliegen der Kirche und der Welt. An dem Gottesdienst im vollbesetzten Petersdom nahmen zahlreiche Kardinäle und Bischöfe sowie Diplomaten beim Heiligen Stuhl teil.
Beim abendlichen Meditationsweg über das Leiden und Sterben Jesu, der über 14 Stationen vom antiken Theaterrund des Kolosseums zum Palatin-Hügel führte, trug Benedikt XVI. zu Beginn und Ende persönlich das Kreuz. Dazwischen führten Jugendliche aus Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa die Prozession an. Wegen der Veranstaltung wurden in Rom eine U-Bahn-Station geschlossen und 13 Buslinien umgeleitet.
Die Meditationen für den Kreuzweg erinnerten an den Schmerz und die Verlassenheit Jesu und zahlloser anderer Menschen. Zugleich prangerten sie die Gleichgültigkeit gegenüber fremder Not an. Mit Blick auf Pilatus, der Jesus dem Tod ausliefert, wurden ethischer Relativismus und Amoralität verurteilt.
Am Beispiel der Demütigung Jesu durch die Soldaten prangerte der Kreuzweg die Misshandlung von Gefangenen an. Was das Evangelium schildere, habe sich zu allen Zeiten "in vielen düsteren Zellen" und "auf vielerlei sadistische und perverse Weise" wiederholt. Eine Station des Kreuzwegs war gedemütigten, vergewaltigten und durch Beschneidung verstümmelten Frauen gewidmet.
Religiöser Höhepunkt des Osterprogramms ist die Feier der Osternacht am späten Samstagabend im Petersdom. Am Sonntag verliest Benedikt XVI. nach einer Festmesse seine Osterbotschaft, bei der der Papst traditionell auch auf aktuelle politische Probleme eingeht. Anschließend spendet das Kirchenoberhaupt den Segen "Urbi et orbi" und richtet seine Osterwünsche an die Welt. Zur Live-Übertragung haben sich 108 TV-Anstalten aus 67 Ländern angemeldet.
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