| 15.31 Uhr

Im Namen des IS
Mann greift Lehrer mit Teppichmesser an

Paris. Ein maskierter Mann hat im Großraum Paris einen Kindergarten-Lehrer mit einem Teppichmesser attackiert und sich dabei auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) berufen. Der Angreifer ist auf der Flucht.

Der Angreifer verletzte den Lehrer nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei am Montagmorgen, als dieser im Klassenzimmer eines Kindergartens in der Pariser Vorstadt Aubervilliers seinen Unterricht vorbereitete. Der Lehrer wurde unter anderem am Hals verletzt, schwebte aber nicht in Lebensgefahr. Der Angreifer konnte flüchten, nach ihm wird gesucht.

Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm nach Angaben aus Justizkreisen die Ermittlungen. Ermittelt wird wegen Mordversuchs im Zusammenhang mit einem Terror-Vorhaben. In Frankreich herrscht einen Monat nach den islamistischen Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten in Paris Angst vor weiteren Attacken.

Der Angreifer drang am frühen Morgen in den Kindergarten Jean-Perrin in Aubervilliers ein. Er trug den Behörden zufolge Malerkleidung und Militärstiefel, hatte Handschuhe an und war maskiert. Nach Angaben eines Polizisten war er vermutlich zunächst unbewaffnet, griff dann aber im Klassenzimmer nach einem Teppichmesser.

Die Staatsanwaltschaft von Bobigny erklärte, der Mann habe bei seiner Attacke gerufen: "Das ist der IS, das ist eine Warnung." Nach Angaben eines Polizisten hörte ein Zeuge, der sich in der Schule befand, diesen Ausspruch. Die IS-Dschihadisten hatten erst im November zu Angriffen auf Lehrer in Frankreich aufgerufen. Sie seien "Feinde Allahs", die sich in einem "offenen Krieg gegen die muslimische Familie" befänden.

Zum möglichen Motiv für den Angriff liegen noch keine offiziellen Angaben vor. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nach den Angriffen vom 13. November auch in den Schulen Frankreichs deutlich verstärkt worden. Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem sagte, die Terrorgefahr sei "real und dauerhaft".

Im März 2012 hatte der Dschihadist Mohammed Merah vor einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Lehrer erschossen; der 23-Jährige tötete zudem drei Soldaten. Im vergangenen Januar wurden bei Angriffen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt in Paris insgesamt 17 Menschen getötet.

 

 

(lsa/AFP)
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