Algerien: Pest tötet 40 Al-Qaida-Kämpfer
VON MARTIN MALY - zuletzt aktualisiert: 20.01.2009 - 12:12Algier/London (RPO). Für Al Qaida hat sich eine neue Front mit einem überraschenden Gegner eröffnet - die Pest. 40 Gotteskrieger seien dem "Schwarzen Tod" in Algerien zum Opfer gefallen. Terrorführer fürchten bereits einen Übergriff der Seuche auf weitere Trainingslager.
Laut der britischen Tageszeitung "The Sun" brach die Krankheit in einem Höhlenversteck in der Provinz Tizi Ouzou aus, 150 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier. Festgestellt wurde die tödliche Krankheit bei der an einer Straße hinterlassenen Leiche eines Al Qaida-Kämpfers.
In Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle berichtet das Boulevardblatt über die Flucht des lokalen Terrorführers Abdelamek Droudkal mit seiner etwa 1000 Mann starken Gruppe. Das Versteck im Yakouren-Wald sei demnach zum verlassenen Massengrab geworden.
Seit 280 Jahren in Europa ausgerottet
Die durch das Bakterium Yersinia pestis hervorgerufene Pest gilt in Europa seit Mitte der 18. Jahrhunderts als ausgerottet. Hygienische und sanitäre Missstände sorgen in anderen Teilen der Welt jedoch für immer wieder auftauchende Epidemien.
In Algerien brach die Krankheit 2003 nach vier Jahrzenten erneut aus und konnte seitdem nicht vollständig eingedämmt werden. 2006 fielen allein im Kongo über 100 Menschen der Pest zum Opfer.
Um welche Form des "Schwarzen Todes" es sich bei dem in Algerien gefundenen Terroristen handelt, ist unklar. Übertragen wird das Bakterium unter anderem durch Ratten. Im ersten Stadium der Erkrankung treten schmerzhafte Beulen auf, die der Krankheit den Namen Beulenpest einbrachten.
Gelangen die Bakterien in die Blutbahn und vermehren sich dort, spricht man von einer Pestsepsis. Aus dieser kann sich die fast immer tödlich verlaufende Lungenpest entwickeln. Besonders gefährlich ist sie, weil die Übertragung auch über Tröpfchen in der Luft erfolgt.
Auf diese Weise raffte die Krankheit im 14. Jahrundert ein Drittel der europäischen Bevölkerung dahin. Die dicht bevölkerten Städte waren besonders heftig von der Epidemie betroffen.
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