Katastrophe: Philippinen: Giftschlangen-Schwärme aggressiv
zuletzt aktualisiert: 06.12.2004 - 11:25Real/Philippinen (rpo). Die Tropenstürme haben Schwärme giftiger Schlangen aus ihren Schlupfwinkeln gespült. Auf den Philippinen beißen die aufgestörten und gereizten Tiere vermehrt die Menschen. Sozialministerin Corazon Soliman sagte am Montag in Manila, dass sich vor allem in der schwer von den Unwettern betroffenen Stadt General Nakar an der Nordostküste derzeit Bisse von Kobras häufen würden. Die Menschen flüchten vor den Katastrophen nach Manila.
Die Bewohner der Stadt hätten berichtet, dass überall Kobras zu sehen seien, sagte die Ministerin. Die Tiere seien gestört worden und würden sich nun "aufbäumen". Die Gesundheitsbehörden hätten bereits ein Spezialteam mit einem Gegengift in die Stadt entsandt.
1.400 Menschen haben bereits im Sturm ihr Leben verloren. Tropenstürme und ein Taifun hatten in der vergangenen Woche Erdrutsche und Überschwemmungen an der Ostküste der Philippinen ausgelöst. Verheerend wirkte sich dabei die starke Abholzung der Wälder aus, da die bestehenden Bäume nicht ausreichten, um die gewaltigen Schlammlawinen aufzuhalten.
Nur noch Schlamm
Nach den verheerenden Unwettern auf den Philippinen sind viele Menschen auf der Flucht nach Manila. In der am meisten zerstörten Küstenstadt Real versuchten hunderte am Montag, einen Platz auf einer Fähre in Richtung Hauptstadt zu erreichen. "Es gibt hier nichts mehr", sagte Jenny Martirez aus dem nahe gelegenen Dorf Infanta. "Kein Essen, kein Wasser. Nur noch Schlamm."
Die Zahl der Todesopfer wurde mit 566 angegeben, 546 Menschen wurden noch vermisst. Die Regierung setzte dem Kahlschlag tropischer Wälder den Kampf an. Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo setzte am Samstag sämtliche Genehmigungen für das Abholzen von Baumbeständen aus.
Der ungehemmte Holzeinschlag gilt als Hauptursache für die schweren Schäden an der Pazifikküste östlich von Manila. Die Regenfälle eines tropischen Sturmtiefs hatten an den kahlen Berghängen Erdrutsche ausgelöst, die die ohnehin verheerenden Auswirkungen der Überschwemmungen vom vergangenen Montag noch verstärkten. Diese waren folgenschwerer als der Taifun "Nanmadol", der drei Tage später eine weitere Schneise der Verwüstung durch das Katastrophengebiet schlug.
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