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Geheimdienste vermuten Verbindung: Piraten mit al Qaida unter einer Decke?

VON ALEXEI MAKARTSEV, FRIEDRICH KUHN UND NILS DIETRICH - zuletzt aktualisiert: 21.11.2008 - 13:02

Brüssel/Dschibuti (RPO). Die somalischen Piraten sollen Verbindungen zu Osama bin-Ladens Terrornetzwerk al Qaida unterhalten. Westliche Geheimdienste gehen davon aus, dass die Seeräuber massive Unterstützung erhalten. Dieser Umstand dürfte eine weitere Motivation für die internationale Gemeinschaft sein, dem bunten Treiben am Horn von Afrika ein Ende zu bereiten. Eins steht fest: Die Piraten haben den Bogen überspannt.

Eyl ist ein staubiger kleiner Ort mit 19.000 Einwohnern in der halbautonomen Region Puntland. Der totale Zerfall jeglicher staatlicher Ordnung in Somalia hat ein Machtvakuum geschaffen, in dem sich der kleine Hafen zur "Piratenhauptstadt der Welt" entwickeln konnte. Etwa ein Dutzend von Piraten gekaperter Handelsschiffe mit Hunderten Geiseln an Bord sollen vor Eyl ankern.

Wenn die jungen Bewacher der gekaperten Schiffe mit ihren Kalaschnikows an Land gehen, dann ist in Eyl oft eine rauschende Party angesagt. Nicht viel anders geht es in dem Dorf Haradhere zu, auch hier halten die Freibeuter die örtliche Wirtschaft in Schwung. Vor Haradhere ankert das größte der derzeit etwa 35 entführten Schiffe – der Supertanker "Sirius Star".

Aus der Piraten-Metropole gelangen unterdessen interessante Neuigkeiten an die Weltöffentlichkeit. Während ihr Land in Trümmern liege, führten die Seeräuber in Eyl ein "süßes Leben", schreibt der Korrespondent des "Guardian". Neue Hotels für Piraten, neue Tankstellen für deren Schnellboote und sogar neue Restaurants mit europäischer Küche für die Geiseln, die die afrikanische Küche nicht gewohnt sind – all das soll es in Eyl geben.

Smarte Typen in Anzügen und mit Laptop fahren in teuren Geländewagen im Hafen vor. "Einer gab sich als Piraten-Buchhalter aus, ein anderer als Leiter des Lösegeld-Teams", berichtet eine BBC-Reporterin. Die Lösegelder betragen zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Dollar. Wenn das Geld eintrifft, werfen es die Piraten angeblich zum Fenster hinaus – zur Freude der örtlichen Restaurantbesitzer und der geschmierten Behörden.

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