Abu Daud erlag Nierenversagen: Planer des Münchner Olympia-Attentats ist tot
zuletzt aktualisiert: 03.07.2010 - 13:36Damaskus (RPO). Mohammed Udeh alias Abu Daud, der Chefplaner des Münchner Olympia-Attentats von 1972, ist tot. Wie seine Tochter Hana Udeh mitteilte, starb der 73-Jährige am Samstagmorgen in einem Krankenhaus in Damaskus an Nierenversagen.
Am 5. September 1972 hatten palästinensische Terroristen bei den Olympischen Spielen in München israelische Sportler als Geiseln genommen. Dabei und bei der gescheiterten Befreiungsaktion der deutschen Sicherheitskräfte starben insgesamt 17 Menschen, neben den elf Angehörigen der israelischen Olympiamannschaft auch ein Polizist sowie fünf Mitglieder des Terrorkommandos.
Abu Daud gehörte dem Kommando selbst, das mit der Geiselnahme palästinensische Gefangene freipressen sollte, nicht an. Als führendes Mitglied der Fatah-Splittergruppe "Schwarzer September" war er aber nach eigenen Angaben mit den grundlegenden Vorbereitungen beauftragt und brachte die Täter zum Olympiagelände.
Noch Jahrzehnte später zeigte er keine Reue: "Vor München waren wir einfach Terroristen", sagt er 2006 in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. "Nach München fingen die Leute wenigstens an zu fragen, wer sind diese Terroristen? Was wollen sie? Vor München hatte keiner eine Ahnung von Palästina."
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