kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Chile Erdbeben Militär Plünderung Panorama, AP 2010-0301
  Foto: AP, AP
Kommentare ()

Nach dem Beben in Chile: Plünderungen behindern Rettungsarbeiten

zuletzt aktualisiert: 01.03.2010 - 18:40

Concepción (RPO). Zwei Tage nach der Erdbebenkatastrophe in Chile haben Helfer unter den Trümmern eines Hochhauses fieberhaft nach Überlebenden gesucht, die sich durch Klopfzeichen bemerkbar gemacht haben. Wegen Plünderern gerieten die Bergungsarbeiten vorübergehend ins Stocken.

Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet beauftragte das Militär, in den Katastrophenregionen die Sicherheit, aber auch die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Zudem verhängte sie ein nächtliches Ausgehverbot. Sie reagierte damit auf eine Plünderungswelle in Concepción. Bis Montagmorgen wurden nach amtlichen Angaben in Concepción 55 Personen verhaftet, die sich nicht an das Ausgehverbot hielten.

Ziel von Plünderungen wurden vor allem Supermärkte. An dem eingestürzten Hochhaus in Concepción musste die Feuerwehr sogar zeitweilig die Bergung von Überlebenden einstellen, weil die Polizei Tränengassalven auf Menschen abfeuerte, die massenhaft Waren aus einem halb zerstörten Supermarkt in der Nähe davontrugen.

Als die Polizei mit Tränengas gegen Plünderer vorging, wollte die Feuerwehr gerade einen Retter tiefer in den Trümmerberg schicken. Das musste wegen des Reizgases abgebrochen werden. Später wurden die Rettungsarbeiten dort fortgesetzt. Rettungstrupps bohrten Löcher in die dicken Wände, um zu den Verschütteten vorzudringen.

"Es gibt noch Überlebende", sagte ein Polizeioffizier, Jorge Guerra. "Es werden noch Leute gerettet." Bis Montag wurden 25 Menschen lebend aus dem Trümmern des 15-geschossigen Gebäudes geborgen, außerdem fanden die Helfer acht Tote.

EU stellt drei Millionen Euro Soforthilfe bereit

Chile wurde am Samstag von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 8,8 getroffen, eine halbe Stunde später zerstörte ein Tsunami mehrere Küstenorte. Insgesamt kamen mindestens 708 Menschen ums Leben. Verteidigungsminister Francisco Vidal räumte ein, dass die Marine einen großen Fehler gemacht habe, weil sie nicht sofort eine Tsunami-Warnung herausgegeben habe. Hafenkapitäne in mehreren Küstenstädten hätten dies aber gemacht und so hunderte Menschenleben gerettet.

Die Vereinten Nationen, die Europäische Union, Deutschland und die USA sagten Chile Katastrophenhilfe zu. Die UN-Sprecherin für humanitäre Hilfe in Genf, Elisabeth Byrs, erklärte, einer chilenischen Bitte entsprechend würden Behelfsbrücken, Feldlazarette, Satellitentelefone, Generatoren, Wasseraufbereitungsanlagen, Feldküchen und Dialyse-Zentren geliefert. Zudem würden Experten zur Einschätzung der Schäden entsandt. "Wir sind bereit", sagte Byrs.

Die EU-Kommission stellte für die Versorgung der Erdbebenopfer in Chile drei Millionen Euro Soforthilfe bereit. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte Bachelet in einem Telefonat zusätzliche deutsche Nothilfe zu. US-Außenministerin Hillary Clinton wird am Dienstag zu einem seit längerem geplanten Besuch in Santiago erwartet. Sie sicherte Chile die Lieferung von Kommunikationsausrüstung zu.

Nach dem schweren Erdbeben gab die Tsunami-Warnzentrale auf Hawaii einen Alarm für 53 Pazifik-Anrainerstaaten heraus. Allerdings blieben die Auswirkungen dort begrenzt, und es wurden keine weiteren Opfer aus Australien, Tonga, Japan, Russland oder Hawaii gemeldet.

Quelle: apd/felt

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Die Bundesanwaltschaft hat zwei weitere mutmaßliche Unterstützer der terroristischen Vereinigung "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) ... mehr 

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Knapp drei Wochen nach lebensgefährlichen Schüssen auf eine 24-Jährige im niedersächsischen ... mehr 

mehr Panorama
Aus der Region

Haftbefehl gegen Carsten S. aufgehoben

Mutmaßlicher Düsseldorfer NSU-Helfer frei

Drei Wochen nach Schüssen auf Ex-Freundin

26-jähriger Mann in Dorsten festgenommen

Energiewende macht Elektrizität teuer

200.000 Hartz-IV-Empfänger ohne Strom

Tragischer Unfall am Bahnhof

Reisende von Wasserschlauch erschlagen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

V.I.P Duisburg:"Der Checker" - von Vivien Daberkow

Sie kennen es mittlerweile alle. Casting-Shows gibt es noch und nöcher. Die Teilnehmer überschwemmen in der Hoffnung auf den ganz ... mehr 

Zahlreiche Gebäude eingestürzt

Mehrere Tote durch Erdbeben in Italien

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen hat ein heftiges Erdbeben der Stärke 5,8 Norditalien erschüttert. In mehreren Orten sind Gebäude eingestürzt. Die Zahl der Toten ist auf 15 gestiegen. mehr

 
 

Martyrium einer 19-Jährigen in Bosnien

Festgehaltenes Mädchen will nach Deutschland

 

Fleisch aus Gesicht von Opfer gebissen

Nackter Kannibale wohl identifziert

 
 
Top-Services