Diebstahl von Auschwitz-Schriftzug: Polen verstärkt Grenzkontrollen
zuletzt aktualisiert: 19.12.2009 - 13:14Auschwitz (RPO). Die Diebe sollen auf keinen Fall entkommen: Nach dem Diebstahl des eisernen Schriftzugs mit den berüchtigten Worten "Arbeit macht frei" in Auschwitz hat Polen die Kontrollen an Grenzen und Flughäfen verschärft.
An den Grenzübergängen zu den östlichen Nachbarn Ukraine und Weißrussland werde verstärkt geprüft, erklärte eine Sprecherin des Innenministeriums. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum rief die Behörden auf, die Suche weiter zu intensivieren und die Täter zur Verantwortung zu ziehen.
Für Hinweise, die zur Festnahme der Täter führen, sei nun eine Belohnung von 115 000 Zloty (rund 28 000 Euro) ausgesetzt, wie die Zeitung "Rzeczpospolita" am Samstag in ihrer Onlineausgabe berichtet. Zuvor lag die Belohnung bei 5000 Zloty (rund 1200 Euro). Von den Tätern fehlt weiterhin jede Spur.
Der Schriftzug sei "das prägende Symbol des Holocausts" geworden", sagte der Gründer des Simon-Wiesenthal-Zentrums, Rabbi Marvin Hier. Innenminister Jerzy Miller forderte die Polizei zu noch mehr Aufmerksamkeit auf. Alle infrage kommenden Zeugen und Verdächtigen sollten befragt werden.
Die rund fünf Meter lange und 40 Kilogramm schwere Inschrift über dem Eingangstor des Gedenkstätte des früheren Konzentrationslagers wurde vermutlich am frühen Freitagmorgen gestohlen. Laut Polizei wurden an der einen Seite die Schrauben gelöst, an der anderen Seite wurde er abgerissen.
Der Direktor der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau Piotr Cywinski sagte, die Täter seien offenbar Profis gewesen, die den Diebstahl umfassend geplant hätten. Keiner der Mitarbeiter der Gedenkstätte werde verdächtigt. Zwischen den Kontrollrunden des Wachpersonals hätten die Diebe 20 bis 30 Minuten Zeit gehabt, den Schriftzug abzumontieren.
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