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Flüchtlingscamp in Calais
Polizei soll schlafende Flüchtlinge mit Pfefferspray besprüht haben

Polizei soll schlafende Flüchtlinge mit Pfefferspray besprüht haben
Menschenrechtler erheben werfen französischen Polizisten Verletzung von Menschenrechtsabkommen vor. (Symbolbild) FOTO: Christoph Reichwein
Paris. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) erhebt schwere Vorwürfe gegen französische Polizisten. Sie sollen bei Einsätzen gegen Flüchtlinge in der Hafenstadt Calais routinemäßig Pfefferspray verwendet haben. Selbst schlafende Flüchtlinge sollen mit Reizgas besprüht worden sein. 

Laut HRW-Bericht sollen 55 von 61 befragten Flüchtlingen erst kürzlich mit Pfefferspray besprüht worden seien. Die Behörden wiesen den Bericht entschieden zurück.

"Die 55 wurden im Schlaf besprüht", sagte der Autor des Berichts, Michael Garcia Boschenek. Er habe zwischen Ende Juni und Anfang Juli an verschiedenen Orten mit Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern gesprochen. Die übereinstimmenden Zeugenaussagen zeigten, dass es "ein ernstes Problem" gebe.

In dem HRW-Bericht heißt es, Pfefferspray führe zu vorübergehender Erblindung, starken Augenschmerzen und Atemnot; die Symptome dauerten 30 bis 40 Minuten an.

Die Direktorin von HRW Frankreich, Bénédicte Jeannerod, sprach von schweren Verstößen gegen die Verhaltensregeln der Polizei und gegen internationale Menschenrechtsabkommen. Polizisten in Calais sprühten sogar die Kleidung und Schlafsäcke von Flüchtlingen ein, sagte sie weiter. Dem Bericht zufolge zerstören Polizisten zudem Lebensmittel der Flüchtlinge und verhindern den Zugang humanitärer Helfer.

Sudry weist Vorwürfe zurück 

Der Präfekt des Verwaltungsbezirks Pas-de-Calais, Fabien Sudry, wies die Vorwürfe als "erlogen und verleumderisch" zurück. Die Polizei respektiere die Regeln des Rechtsstaates und ihr einziges Ziel sei die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, sagte er.

Calais ist seit Jahren ein Brennpunkt der Flüchtlingskrise in Europa. Von der Region am Ärmelkanal aus wollen zahlreiche Flüchtlinge heimlich nach Großbritannien gelangen, wo sie sich Chancen auf ein besseres Leben erhoffen.

(beaw/AFP)
 
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