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Sierra Leone
Polizei verbietet Joggen am Straßenrand

Freetown. Jogger im afrikanischen Land Sierra Leone dürfen nicht mehr am Straßenrand laufen - bei Zuwiderhandlung droht ihnen eine Strafe. Die Polizei will damit nach eigenen Angaben "friedliche Bürger schützen".

Der Laufsport am Straßenrand sei seit Donnerstag verboten, um "friedliche Bürger zu schützen", bestätigte ein Polizeisprecher in dem westafrikanischen Land am Samstag gegenüber AFP.

Den Joggern legte er einen ganzen Sündenkatalog zur Last: Sie behinderten den Verkehr, klopften im Vorbeilaufen auf Autos, machten Lärm durch laut aufgedrehte Walkmen und ließen manchmal sogar fremdes Eigentum mitgehen.

"Wir werden nicht zögern, auf Grundlage der Anordnung gegen Verstöße vorzugehen", warnte der Polizeisprecher. Jogger sollten an solchen Orten ihre Runden laufen, wo sie niemanden gefährdeten - etwa am Strand oder auf dem Sportplatz.

In sozialen Netzwerken entfachte das polizeiliche Joggingverbot eine Welle von Protest, auch sierraleonische Menschenrechtler schalteten sich in die Debatte ein. Die Polizei müsse nachweisen, dass das Verbot mit nationalem und internationalen Recht vereinbar sei, forderte die Menschenrechtsgruppe CHRDI. Die Polizei dürfe "nicht auf eine Art und Weise vorgehen, die in einer demokratischen Gesellschaft nicht vernünftig und nicht gerechtfertigt" sei.

(jco/AFP)
 
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