| 15.36 Uhr

Nach Vorfall auf Poolparty
Jugendliche mit Waffe bedroht: Polizist quittiert den Dienst

Polizeigewalt bei Jugend-Poolparty: US-Polizist quittiert den Dienst
Unmittelbar nach dem Vorfall auf der Poolparty wurde der Polizist suspendiert. Mittlerweile hat er den Dienst quittiert. FOTO: Youtube
McKinney. Es war der jüngste Fall von Polizeigewalt in den USA: Auf einer Poolparty in Texas bedrohte ein Polizist dunkelhäutige Jugendliche mit einer Waffe. Der Beamte, der unmittelbar nach dem Vorfall suspendiert worden war, hat nun den Dienst quittiert. 

Der US-Polizist sah sich nach dem Vorfall auf der Party Rassismusvorwürfen ausgesetzt. In einem Video war zu sehen, wie der Mann in einem Schwimmbad in der Stadt McKinney eine 15-Jährige, die nur mit einem Bikini bekleidet war, mit den Knien auf den Boden drückte. Gleichzeitig richtete er seine Dienstwaffe auf eine Gruppe weiterer schwarzer Jugendlicher.

Der Vorfall hatte in McKinney zu Protesten geführt. Nicht nur in den USA, sondern in aller Welt wurde der Polizist für sein Verhalten kritisiert. Am Dienstag zog der Beamte die Konsequenzen und kündigte bei der Polizeibehörde, wie seine Anwältin Jane Bishkin erklärte. Er war seit fast zehn Jahren im Dienst. In den vergangenen Tagen habe er auch Morddrohungen erhalten, sagte Bishkin. 

Polizeichef Greg Conley hatte den 41-Jährigen nach dem Zwischenfall sofort beurlaubt. Das Vorgehen des Beamten sei unvertretbar gewesen, sagte Conley nach der Bekanntgabe des Rücktritts. Der Polizeichef machte aber klar, dass er den Polizisten nicht zur Kündigung aufgefordert habe.

Der Polizist war gemeinsam mit elf Kollegen am verganenen Freitag zu der Poolparty gerufen worden. Polizeichef Conley sagte, der 41-Jährige habe offenbar die Kontrolle über sich verloren. Die anderen Beamten hätten sich so verhalten, wie sie es im Training gelernt hätten.

Polizist fiel schon einmal wegen Gewalt auf

Nach Angaben der Polizei wohnten die Jugendlichen, die der Beamte mit seiner Waffe bedroht hatte, nicht in dem wohlhabenden und mehrheitlich von Weißen bewohnten Vorort von Dallas, in dem die Party stattfand. Eingeladen waren sie demnach zu der Feier auch nicht. Mehrere Jugendliche seien über einen Zaun geklettert, um zum Pool zu gelangen. Als es daraufhin zu Auseinandersetzungen mit den eingeladenen Gästen kam, habe jemand die Polizei gerufen.

Bei einer Demonstration vor einer Schule in McKinney diese Woche sagte Dominique Alexander, Mitorganisator der Proteste, die Kündigung des Polizisten sei ein Schritt in die richtige Richtung. Er forderte aber auch, dass in dem Fall weiter ermittelt werde.

Brisant ist, dass dem Polizisten schon einmal exzessive Anwendung von Gewalt vorgeworfen worden war. Bei der Festnahme eines jungen Schwarzen waren 2007 bei einer Verkehrskontrolle Drogen gefunden worden. Der Mann warf dem Cop und seinen Kollegen anschließend vor, ihn gewaltsam durchsucht und dabei die Hose heruntergezogen zu haben. Außerdem sei sein Kopf gegen die Motorhaube seines Autos geschlagen worden. Der Mann reichte Klage vor Gericht ein, die jedoch 2009 abgelehnt wurde.

mit Material von ap

(lsa)
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