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Treffen in Warschau
Polnische Zwillingsbrüder nach 68 Jahren wieder zusammen

Polnische Zwillingsbrüder nach 68 Jahren wieder zusammen
Die Brüder George und Lucjan wurden 1946 als Kinder einer ehemaligen polnischen Zwangsarbeiterin in Deutschland geboren. FOTO: dpa, ukit ase hpl
Warschau. Glückliches Ende einer jahrzehntelangen Suche: Mit Hilfe des polnischen und des amerikanischen Roten Kreuzes konnten sich zwei Zwillingsbrüder nach 68 Jahren wieder in die Arme schließen.

Wie das Polnische Rote Kreuz auf seiner Webseite berichtete, wurden die Brüder George und Lucjan 1946 als Kinder einer ehemaligen polnischen Zwangsarbeiterin in Deutschland geboren. Da die Mutter kurz danach schwer erkrankte, wurden die Kinder 1947 nach Polen zurückgebracht und kamen in ein Kinderheim. Beide wurden adoptiert – aber von verschiedenen Familien.

George Skrzynecki erfuhr im Alter von 18 Jahren aus einem Brief, dass seine leibliche Mutter ihn jahrelang gesucht hatte und er einen Bruder hatte. Nachforschungen ergaben, dass die Mutter 1952 gestorben war, die Suche nach dem Zwillingsbruder verlief ergebnislos.

Skrzynecki, der in den 70er Jahren in die USA auswanderte und eine eigene Familie gründete, hatte die Hoffnung schon aufgegeben. Doch dann wandte sich im vergangenen Jahr eine junge Frau an den Suchdienst des polnischen Roten Kreuzes, um Hinweise auf die Familie ihres Vaters Lucjan Poznanski zu finden – eben jenes Zwillingsbruders, nach dem George jahrelang vergeblich geforscht hatte.

Vor wenigen Tagen kam es auf dem Warschauer Flughafen zum ersten Wiedersehen seit 68 Jahren. Seitdem sind die Zwillinge unzertrennlich. "Ich will alles über das Leben von Lucjan erfahren und ihm meine Geschichte erzählen", sagte der sichtlich gerührte George am Donnerstag im Fernsehsender TVP Info.

(dpa)
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