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Paraguay: Präsident hat als Bischof Kind gezeugt

zuletzt aktualisiert: 14.04.2009 - 10:12

Asuncion (RPO). Der paraguayische Präsident Fernando Lugo hat in seinem früheren Amt als römisch-katholischer Bischof mit seiner damaligen Geliebten einen Sohn gezeugt. Dieser sei nun knapp zwei Jahre alt, erklärte Lugo am Montag überraschend vor Journalisten.

Knapp eine Woche vorher hatte seine ehemalige Geliebte Viviano Carillo Vaterschaftsklage eingereicht. Die Beziehung mit der heute 26-Jährigen begann Medienberichten zufolge bereits als Carillo 16 Jahre alt war.

Der 57-jährige Lugo hat bereits 2004 seinen Rücktritt als Bischof der Provinz San Pedro erklärt. Im Dezember 2006 verzichtete er auf den Status als Bischof, um bei den Präsidentschaftswahlen anzutreten.

Papst Benedikt XVI. entband ihn jedoch erst zum 31. Juli 2008 vom Gelübde des Zölibats. Das Kind wurde nach Angaben von Carillos Anwalt am 4. Mai 2007 geboren und nach Lugos Großvater Guillermo Armindo benannt.

Kirchenvertreter verurteilen Lugo

Mehrere katholische Bischöfe des Landes verurteilten das Verhalten ihres ehemaligen Amtsbruders. Der Bischof von Encarnacion, Ignacio Gogorza, sprach von einem harten Schlag gegen die Kirche, der zu einem Vertrauensverlust führen könne. Am meisten schmerze die Tatsache, dass Lugo ein Verhältnis mit der heute 26-jährigen Viviana Carrillo unterhalten habe, als dieser noch Bischof von San Pedro gewesen sei.

Der Bischof von San Juan Bautista de las Misiones, Mario Melanio Medina Salinas, bezeichnete Lugo als Lügner. Zugleich zeigte er sich erleichtert, dass Lugo nun den Mut gehabt habe, sich zu seiner Vaterschaft zu bekennen. Diesen Schritt wertete der Bischof von Caacupe, Claudio Gimenez, als überfällig. Lugo sei keine andere Wahl geblieben, als die Wahrheit vor seinem Volk zuzugeben.

Zuvor hatte der paraguayanische Präsident in einer knappen Mitteilung vor den lokalen Medien zugegeben, mit Viviana Carrillo ein Verhältnis gehabt zu haben. Aus der Beziehung sei ein Sohn hervorgegangen. Er werde alle Verantwortung für den inzwischen Zweijährigen übernehmen.

Mehr habe er zu diesem Thema nicht zu sagen. Lugo war unter Druck geraten, nachdem die Anwälte von Carrillo eine Vaterschaftsklage gegen ihn angestrengt hatten. Das zuständige Gericht gab am Montag bekannt, dass Lugo wie jeder andere Angeklagte zur Verhandlung erscheinen müsse.

Quelle: AP

 
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