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Kasachstan Russland medwedew nasarbajew, panorama, afp 20100907
  Foto: POOL, AFP
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Kasachstan: Präsident will Sibiriens Flüsse umleiten

zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 14:51

Ust-Kamenogorsk (RPO). Im Kampf um die Wasserversorgung Zentralasiens ist dem kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew eine sowjetische Idee wieder in den Sinn gekommen: Er will Sibiriens Flüsse nach Süden umleiten.

Kasachstan sorgt sich um seine Wasserversorgung.  Foto: rpo
Kasachstan sorgt sich um seine Wasserversorgung. Foto: rpo

"Wir sollten uns an den Plan erinnern, den Lauf der sibirischen Flüsse in den Süden Russlands und nach Kasachstan umzuleiten", sagte er anlässlich eines Treffens mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew in Ust-Kamenogorsk im Nordosten Kasachstans. "Es geht hier um ein wichtiges Problem, die Wasserversorgung Zentralasiens", fügte der Kasache hinzu.

Medwedew beklagte seinerseits den schlechten Zustand der noch aus Sowjetzeiten stammenden Bewässerungssysteme. "Die müssten wiederaufgebaut werden. Wir sind bereit, über verschiedene Vorschläge zu diskutieren, auch solche, die lange geruht haben", sagte Medwedew den russischen Nachrichtenagenturen zufolge.

Russische Umweltschützer reagierten umgehend auf Nasarbajews Vorschlag und warnten vor einer "ökologischen Katastrophe". "Eine ökologische Katastrophe in Zentralasien ist wegen des Klimawandels leider fast unvermeidlich", sagte der Chef der russischen Vertretung der Umweltschutzorganisation WWF, Igor Tschestin. "Aber sie darf nicht auf das russische Territorium verlagert werden."

Russische Wissenschaftler arbeiteten seit den dreißiger Jahren an Plänen, die riesigen Ströme Sibiriens wie die Lena, den Ob und den Jenissej umzuleiten, so dass sie nicht mehr im Norden ins Nordpolarmeer münden, sondern die bevölkerten Gebiete Zentralasiens bewässern. Diese Pläne wurde vom letzten sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow endgültig verworfen. Dennoch haben sie weiter prominente Anhänger, darunter der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow.

In den sechziger Jahren hatten die Sowjets die Flüsse Amu-Darja in Usbekistan und Syr-Darja in Kasachstan umgeleitet, um in den trockenen Steppen den Baumwollanbau zu fördern. Sie führten dadurch die weitgehende Austrocknung des Aralsees herbei.

Quelle: AFP/felt

 
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