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Russland Waldbrände afp 2010 Panorama
  Foto: AFP, AFP
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Feuer loderte in Gegend von Tschernobyl: Radioaktive Partikel in russischer Rauchwolke

zuletzt aktualisiert: 12.08.2010 - 06:28

Moskau/Rügen (RP). Waldbrände in der Nähe des ehemaligen Atomkraftwerks Tschernobyl haben nicht nur in Russland Angst vor einer Ausbreitung radioaktiver Strahlung ausgelöst. In der bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 stark verseuchten Region Brjansk an der ukrainischen Grenze seien in dieser Woche sechs Waldbrände ausgebrochen, die mittlerweile alle gelöscht seien, erklärte eine Sprecherin des russischen Ministerium für Katastrophenschutz.

Umweltschützer hatten zuvor gewarnt, die radioaktiven Partikel im Waldboden könnten durch Brände in die Luft gewirbelt werden. Wind könnte den giftigen Staub dann in andere Gebiete tragen. Selbst geringe Mengen könnten für den Menschen schädlich sein, erklärten Greenpeace und andere Umweltorganisationen. Der Leiter der Forstbehörden in Brjansk, Wladimir Rosinkewitsch, räumte ein: "Es besteht ein Risiko."

"Laut derzeitiger Wetterlage besteht keine Gefahr, dass radioaktive Teilchen aktuell nach Deutschland gelangen", sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums. Die weitere Entwicklung bei Wind und Wetter würde aber beobachtet. Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagten, eventuell aufgewirbelte radioaktive Partikel würden in den nächsten Tagen voraussichtlich von Russland nach Nordwesten in Richtung Osteuropa, Baltikum und Südschweden getrieben. "Nach Deutschland werden bis zum Samstag keine Emissionen kommen", meinte ein Sprecher. Weiter reichten die Wetterprognosen noch nicht.

Auch das Bundesamt für Strahlenschutz sieht für Deutschland keine Gefahr. "Es kommt keine radioaktive Wolke nach Deutschland", sagte Sprecher Florian Emrich. Selbst wenn Rauch nach Deutschland gelangen sollte, dann enthalte er, wenn überhaupt, nur geringe Spuren von Radioaktivät. In den Tourismusregionen an der deutschen Ostseeküste reagierten Vertreter der Kurverwaltungen ebenfalls gelassen auf die Nachrichten aus Russland. "Wir sind aber für die mögliche Gefahr sensibilisiert", sagte Jörn Fenske, Kurdirektor in Göhren auf der deutschen Ostseeinsel Rügen. Er selbst vertraue den Aussagen der Experten, die derzeit keine Gefahr für Deutschland sähen. Mit einer Panikreaktion der Touristen und Stornierungen rechnet der Kurdirektor nicht. "Vielleicht werden es sich einige Urlauber, die kurzentschlossen nach Rügen kommen wollten, jetzt nochmal überlegen. Unsere Stammgäste kommen aber sicher weiter zu uns."

Der europäische Teil Russlands leidet seit Wochen unter einer Hitzewelle, in ausgetrockneten Torfmooren und Wäldern wüteten gestern 600 Brände. Insgesamt stehe eine Fläche von über 90 000 Hektar in Flammen, teilte das Katastrophenschutzministerium mit. 165 000 Einsatzkräfte mit 39 Löschflugzeugen versuchten, der Feuer Herr zu werden. Experten der in den Niederlanden ansässigen Umweltschutzorganisation Wetlands International warnten indes, es könnte Monate dauern, die Torfmoor-Feuer rund um Moskau zu löschen. Die brandenburgische Landesregierung kündigte an, 25 000 Atemschutzmasken nach Russland zu schicken. Auch Waldpflüge und Notstromaggregate sollten in die Partnerregion Moskauer Gebiet entsandt werden.

Quelle: RP

 
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