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Three Mile Island AKW USA, Panorama, AP 2009-1123
  Foto: AP, AP
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USA: Radioaktive Strahlung aus Reaktor ausgetreten

zuletzt aktualisiert: 23.11.2009 - 18:57

Washington/Berlin (RPO). Im US-Atomkraftwerk Three Mile Island ist nach dem Austreten von Radioaktivität Alarm ausgelöst worden. Etwa 150 Mitarbeiter seien aus dem betroffenen Gebäude abgezogen worden, einige von ihnen seien leichter atomarer Strahlung ausgesetzt gewesen.

Dies sagte eine Sprecherin der US-Atomregulierungskommission (NRC) am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Es habe sich um einen "kleineren Zwischenfall" gehandelt, von dem keine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgegangen sei."Auch auf die Mitarbeiter hatte es offensichtlich keine Auswirkungen", sagte sie.

Der Vorfall habe sich bereits am Samstag ereignet. Aus einem Leck sei Strahlung ausgetreten, sagte die Sprecherin weiter. Nach Angaben des Betreibers ist der Zwischenfall von Arbeitern ausgelöst worden, die ein Kühlrohr durchtrennten. Ungeklärt ist aber noch die Frage, warum dabei radioaktiver Staub aufgewirbelt wurde, der nach Darstellung der Kraftwerksleitung in Harrisburg eine geringe und ungefährliche Strahlung freisetzte. Die Mitarbeiter seien inzwischen in das betroffene Gebäude zurückgekehrt.

In dem Kernkraftwerk im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte sich 1979 der bislang schwerste Störfall in der US-Geschichte ereignet. Es kam zu einer Kernschmelze, der Reaktor setzte dabei größere Mengen Radioaktivität frei. Seit dem Störfall wurden in den USA keine neuen Atomkraftwerke gebaut.

Die Umweltgruppe Greenpeace in Deutschland forderte mit Verweis auf den neuen Zwischenfall ein Ende der Atomenergie. Bei einem jahrzehntealten Reaktor wie in Three Mile Island steige "das unkalkulierbare Risiko eines schweren Unfalls mit jedem weiteren Betriebstag", erklärte der Hamburger Greenpeace-Experte Mathias Edler.

Schwarz-Gelb will Atom-Exporte wieder absichern

Die schwarz-gelbe Bundesregierung will nach Informationen des "Handelsblatts" deutsche Lieferungen für Atomkraftwerke im Ausland künftig wieder mit staatlichen Exportbürgschaften absichern. Der 2001 getroffene Grundsatzentscheid der damaligen rot-grünen Koalition solle entsprechend korrigiert werden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Damals war mit Hinweis auf den politisch gewünschten Atomausstieg in Deutschland auch die staatliche Absicherung von Exporten beendet worden. Der neue Kurs gilt laut "Handelsblatt" als wichtige Voraussetzung dafür, dass ein Konzern wie Siemens von dem erwarteten weltweiten Boom in der Atomtechnik profitieren kann.

Offiziell werde der Kurswechsel nicht bestätigt, berichtete die Zeitung weiter. Denn Entscheidungen über solche Exportbürgschaften fielen im interministeriellen Ausschuss (IMA) hinter verschlossenen Türen und jeweils als "Einzelfallentscheidungen". FDP und Union hätten ihren neuen Kurs jedoch schon seit Wochen vorbereitet. Bereits im Koalitionsvertrag heiße es deshalb ausdrücklich, dass "die OECD-Umweltrichtlinien alleiniger Maßstab bei der Prüfung von Anträgen auf Exportkreditgarantien sind" - in den OECD-Richtlinien aber finde sich kein Verbot für die Zulieferung zu Atomkraftwerken.

Quelle: AFP/sdr

 
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