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Ensaf Haidar
Frau von Blogger Badawi gründet Stiftung für Meinungsfreiheit

Raif Badawi: Frau Ensaf Haidar gründet Stiftung für Meinungsfreiheit
Raif Badawi auf einem Plakat von Amnesty International. FOTO: afp, TOB/vel
Berlin. Die Frau des inhaftierten saudischen Bloggers Raif Badawi, Ensaf Haidar, hat am Freitag eine Stiftung zur Förderung von Meinungs- und Pressefreiheit in der arabischen Welt gegründet.

Die "Raif-Badawi-Stiftung für Meinungsfreiheit" mit Sitz in Kanada solle eine Plattform werden, um Nichtregierungsorganisationen und Einzelkämpfer für Presse- und Meinungsfreiheit in der arabischen Welt zu fördern, die Diskussionskultur zu stärken und ihnen einen Kommunikationskanal in den Westen zu bieten, sagte Haidar in Berlin.

Zunächst gehe es darum, Partner für eine stabile Finanzierung zu suchen, sagte Haidar. Als erstes Projekt werde die Stiftung eine Studie über die Blogger-Szene in der arabischen Welt in Auftrag geben. Sie können sich auch vorstellen, bald Seminare für arabische Journalisten oder Workshops für Blogger anzubieten.

Presse-, Meinungs- und Religionsfreiheit fördern

Es gehe ihr nicht um Propaganda oder Aktionen gegen bestimmte Regierungen, sagte sie. Ziel sei es ausschließlich, Presse-, Meinungs- und Religionsfreiheit zu fördern. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von der der FDP nahestehenden Friedrich-Naumann-Stiftung und der Deutschen Welle.

Der Internetaktivist und Publizist Raif Badawi wurde im Jahr 2012 in Saudi-Arabien zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und 1.000 Peitschenhieben verurteilt. Laut Anklage soll Badawi auf seiner Website "Saudi-Arabische Liberale" Beiträge veröffentlicht haben, die "den Islam beleidigten". Nach einer ersten öffentlichen Auspeitschung war die Vollstreckung weiterer Peitschenhiebe zunächst verschoben worden. Derzeit liegt der Fall vor dem Obersten Gericht Saudi-Arabiens. Seine Frau Ensaf Haidar lebt seither mit den gemeinsamen Kindern im Exil in Kanada. Von dort aus kämpft sie unermüdlich für seine Freiheit.

Haidar sagte, sie telefoniere ein- bis zweimal pro Woche mit ihrem Mann. Ihm gehe es körperlich und psychisch schlecht. Die Gründung der Stiftung sei seit 2011 sein Traum gewesen. Sie wolle ihm aber noch nichts davon erzählen. "Es soll eine Überraschung für ihn sein, wenn er aus dem Gefängnis kommt und endlich zu uns nach Kanada ziehen kann."

(KNA)
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