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USA
Raubüberfälle auf "Pokémon"-Jäger

Raubüberfälle auf "Pokémon-Go"-Jäger in den USA
Durch das Spiel sind Handynutzer wohl stark abgelenkt FOTO: afp, jim
New York. Eigentlich ist die Spielapp "Pokémon Go" zum Vergnügen da. Doch in den USA häufen sich Berichte über Raubüberfälle auf Nutzer des Spiels. Und der ADAC warnt vor Unfällen.

Auf dem Campus der University of Maryland seien jüngst vier Menschen bei der Smartphone-Suche nach Monsterfiguren ausgeraubt worden, teilte die Campus-Polizei mit. Bei drei der Opfer habe es sich um Studenten gehandelt. In zwei Fällen habe der Verdächtige eine Waffe gezückt. Verletzte wurde aber niemand.

Zuvor wurde aus Auburn in Alabama die Festnahme von vier Verdächtigen gemeldet, die einen Mann mit Waffengewalt ausgeraubt haben sollen, als dieser gerade auf "Pokémon"-Monster-Suche war. Der App-Nutzer spielte in der Nähe eines verlassenes Gebäudes, als ihn vier Männer attackiert haben sollen, wie die Polizei mitteilte.

"Pokémon Go" ist ein Spiel der sogenannten erweiterten Realität, das Spielern aufträgt, in der wirklichen Welt versteckte virtuelle Monsterfigürchen mit Handy-Bildschirmen aufzuspüren und zu fangen. Nach landesweiten Berichten über Raubüberfalle auf Nutzer, die wohl abgelenkt waren, mahnten die Behörden erhöhte Aufmerksamkeit bei der "Pokémon"-Jagd an.

ADAC warnt vor Unfällen

Seit Mittwoch ist das Smartphone-Spiel auch in Deutschland verfügbar - der ADAC warnt bereits vor Unfällen. Wer in dem Spiel eine Pokémon-Figur erwischen wolle, der müsse dauerhaft auf sein Handy blicken und verliere dabei "nur allzu leicht" den Blick für die Umgebung. Dadurch könnten gefährliche Situationen im Straßenverkehr entstehen.

Spieler könnten sich animiert fühlen, über die Straße zu laufen, ohne auf den Verkehr zu achten - dies gelte besonders für Kinder, warnte der ADAC in München. Der Autoclub empfiehlt Eltern, das Spiel mit den Kindern auszuprobieren und auf Probleme hinzuweisen.

In den USA sei es bereits zu brisanten Zwischenfällen gekommen, erklärte der ADAC: Autofahrer wendeten demnach auf der Autobahn, um ein Monster einzufangen, oder blieben mitten auf der Landstraße stehen, weil plötzlich ein Pokémon auf dem Armaturenbrett auftauchte. Motorradfahrer seien von der Polizei gestoppt worden, weil sie ihre Handys mit laufendem Spiel auf den Lenker montiert hatten.

(crwo/ap/afp)
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