| 12.51 Uhr

Razzia in Brüssel
Katzenfotos gegen den Terror

Brüssel. Als die Anti-Terror-Razzia am Sonntagabend im Großraum Brüssel gestartet war, baten die Behörden die Nutzer in den sozialen Netzwerken um Zurückhaltung. Die Twitterer reagierten prompt – und fluteten den Kurznachrichtendienst mit Katzenbildern.

Unter dem Hashtag #BrusselsLockdown tauchten auf Twitter plötzlich Katzen in jeder erdenklichen Pose auf – auch mit erhobenen Händen oder als Scharfschützen der Polizei mit automatischen Waffen.

Einige der gezeigten Tiere setzten sich ganz offensichtlich über die Aufforderung der Polizei hinweg, nicht ans Fenster zu gehen. Andere nutzen die Zeit einfach für Entspannung.

Ein Bild zeigte sogar Ministerpräsident Charles Michel mit einem Katzenschurbart.

Einen Informationswert hatten diese Bilder nicht - und genau das war ihr Sinn. Sollten die Terroristen versucht haben, bei Twitter Hinweise darauf zu finden, wie die Polizei während der Razzia agierte, dürfte es ihnen die Flut der Katzenbilder zumindest etwas schwerer gemacht haben, Informationen zu finden. Inzwischen ist es für die Polizei in einigen Situationen zu einem Problem geworden, dass viele Twitter-Nutzer vor Ort in Echtzeit über die Aktionen der Ermittler berichten und damit Verdächtigen – unabsichtlich – einen Wissensvorsprung verschaffen könnten. 

Staatsanwalt Eric Van Der Sypt bedankte sich später ausdrücklich "bei Journalisten und Nutzern der Sozialen Medien, weil sie die Notwendigkeit dieser Operation berücksichtigten".

Die 22 Razzien in Brüssel und Charleroi waren am späten Sonntagabend mit 16 Festnahmen zu Ende gegangen. Der wegen der Pariser Anschläge gesuchte mutmaßliche Terrorist Salah Abdeslam war jedoch nicht dabei.

(das/jco/ap)
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