Mögliche Verdächtige überprüft: Razzien im Mafia-Dorf San Luca
zuletzt aktualisiert: 17.08.2007 - 12:45Rom (RPO). Die italienische Polizei hat nach dem sechsfachen Mord in Duisburg mehrere Häuser in dem kalabrischen Dorf San Luca durchsucht. Die Ermittler hofften dort Hinweise auf die Bluttat zu finden. Mehrere gestandene Größen aus der Mafia wurden überprüft.
Die Razzien erfolgten in der Nacht zu Freitag. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, überprüfte die Polizei auch mehrere Verdächtige und Verurteilte, die in der Region unter Hausarrest stehen. Aus dem 4000-Einwohner-Dorf stammen die beiden verfeindeten Clans, deren seit Jahren andauernde Fehde nach bisherigen Erkenntnissen zu den Morden an sechs Italienern in Duisburg führte.
Die italienische Zeitung "La Repubblica" berichtete am Freitag, die Vendetta zwischen den beiden Clans der kalabrischen Mafia, der Ndrangheta, sei in Wirklichkeit ein Kampf um die Kontrolle des Handels von Drogen aus Kolumbien.
Währenddessen sind bei den Duisburger Ermittlern mehrere Hinweise in Bezug auf das veröffentlichte Fahndungsfoto aufgetaucht. Diese beziehen sich nach Polizeiangaben aber nicht nur auf die abgebildete Person, die den Fahrer des vermeintlichen Täterfahrzeugs darstellen soll, sondern auch auf weitere Personen aus der Mordnacht.
Die Auswertung der Videobänder gestalte sich dagegen schwieriger als zunächst angenommen. Wie die Polizei mitteilte, sei kaum vor Wochenbeginn mit ersten Ergebnissen zu rechnen.
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