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Ausschreitung am ungarischen Revolutionsfeiertag: Rechtsextreme randalieren in Budapest

zuletzt aktualisiert: 16.03.2007 - 12:29

Budapest (RPO). In der ungarischen Hauptstadt Budapest ist es in der Nacht zum Freitag erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der Stadt kam es zu Straßenschlachten zwischen der Polizei und rechtsradikalen Skinheads. Zuvor hatten am ungarischen Revolutionsfeiertag zehntausende Menschen friedlich gegen die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany demonstriert.

Mit Tränengas und Wasserwerfern gingen Bereitschaftspolizisten gegen die 500 bis 800 gewaltbereiten Personen aus der extremistischen Szene vor. Die Skinheads versuchten, zum Gebäude der Ermittler in der Innenstadt vorzudringen, in dem ihr mutmaßlicher Anführer György Budahazy festgehalten wird. Gegen 22.00 Uhr hatte die Polizei die Menge weitgehend auseinandergetrieben.

Zuvor hatten Demonstranten den Rücktritt Gyurcsanys gefordert, der gemeinsam mit anderen Regierungsvertretern an mehreren Festakten zum Jahrestag der Revolution von 1848 teilnahm. Sicherheitskräfte schützten Gyurcsany und den Budapester Bürgermeister Gabor Demszky mit Regenschirmen, als die Politiker mit Eiern beworfen wurden.

Zu einer Gedenkveranstaltung des oppositionellen Bürgerbundes (Fidesz) unter Führung des früheren Ministerpräsidenten Viktor Orban kamen der amtlichen Nachrichtenagentur MTI zufolge rund 200.000 Menschen. Orban machte die "neue aristokratische Regierung" für die Probleme des Landes verantwortlich.

Die Proteste gegen die Regierung begannen im vergangenen September, nachdem in den Medien eine parteiinterne Rede Gyurcsanys veröffentlicht worden war, in der dieser eingestand, dass er die Öffentlichkeit vor der Parlamentswahl im April über den wahren Zustand der Wirtschaft und der Staatsfinanzen belogen habe.

Die ungarische Revolution von 1848 endete ein Jahr später mit einer Niederlage. Ungarn wurde schließlich 1867 gleichberechtigter Teil der so genannten Doppelmonarchie Österreich-Ungarn.

Quelle: ap

 
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