Mit Hitlers "Mein Kampf" verglichen: Rechtspopulist will Koran verbieten lassen
zuletzt aktualisiert: 08.08.2007 - 20:55Den Haag (RPO). Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders möchte den Koran in seinem Land verbieten lassen. Er bezeichnet die Heilige Schrift des Islams als "faschistisch" und verglich sie mit Adolf Hitlers "Mein Kampf".
Das schrieb Wilders, Chef der rechten "Freiheitsliste", in einem am Mittwoch von der Zeitung "De Volkskrant" veröffentlichten Brief über die heilige Schrift des Islam. Einen "moderaten Islam" gebe es nicht, schrieb Wilders.
Eine Anwälten reichte umgehend Strafanzeige gegen den Rechtspopulisten ein, der bei den Wahlen im vergangenen November mit seiner Liste neun der 150 Abgeordnetensitze errungen hatte.
In mehreren Koran-Kapiteln werde dazu aufgerufen, "Christen, Juden, Dissidenten und Ungläubige zu unterdrücken, zu verfolgen und zu töten, Frauen zu schlagen und zu vergewaltigen und gewaltsam einen islamischen Staat zu errichten", schrieb Wilders in seinem Beitrag für "De Volkskrant".
Wie für das in den Niederlanden verbotene Hitler-Buch "Mein Kampf" sei für den Koran "kein Platz in unserem Verfassungsstaat". Er sei den "Islam in den Niederlanden satt" und wolle auch die Verehrung von Allah und Mohammed in niederländischen Moscheen nicht mehr hinnehmen. Wilders räumte ein, er wisse, dass er im Parlament keine Mehrheit für seinen Plan erhalten werde.
Die Anwältin Els Lucas verklagte Wilders wegen "Beleidigung eines Teils der Gemeinschaft". Darauf stehen in den Niederlanden bis zu zwei Jahre Haft und bis zu 16.750 Euro Strafe. "Ich denke, er ist zu weit gegangen, und es ist ungehörig, dass sich ein Mitglied des Parlaments so ausdrückt", sagte Lucas der niederländischen Nachrichtenagentur ANP.
Ob gegen Wilders wegen des Artikels nun ein Strafverfahren eingeleitet wird, liegt in den Händen der Staatsanwaltschaft.
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