Birma: Regierung lässt endlich Hilfe ins Land
zuletzt aktualisiert: 12.05.2008 - 17:31Rangun (RPO). Zehn Tage nach dem verheerendem Wirbelsturm in Birma mit rund 32.000 Toten scheint das Regime endlich dem internationalen Druck nachzugeben und Hilfe ins Land zu lassen. Erstmals wurden Flugzeuge aus dem Ausland die Landung gestattet. Maschinen aus den USA und Frankreich brachten Trinkwasser, Decken und Medikamenten ins Land.
Am Dienstag wird die Ankunft von zwölf Trinkwasserexperten des Technischen Hilfswerks (THW) erwartet. Die vom Auswärtigen Amt gecharterte Frachtmaschine bringt auch vier Trinkwasseraufbereitungsanlagen, die sauberes Wasser für täglich 40.000 Menschen produzieren können. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Montag in Berlin, das Auswärtige Amt habe bisher eine Million Euro für Hilfsmaßnahmen in Birma bereit gestellt.
An Bord einer US-Militärmaschine vom Typ C-130 waren vor allem Trinkwasser, Decken und Moskito-Netze. Die Versorgungsgüter sollen mit Hubschraubern der birmanischen Luftwaffe in die am schwersten betroffene Region des Irrawaddy-Deltas gebracht werden. Zwei weitere US-Flüge wurden für Dienstag angekündigt. Eine Erlaubnis für eine umfassende Hilfsaktion der USA liege noch nicht vor, werde aber geprüft, sagte der Kommandeur der US-Streitkräfte im Pazifik, Admiral Timothy Keating.
Auch zwei Flugzeuge aus Frankreich landeten am Montag in Rangun. An Bord waren Medikamente und Gerät der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen (MSF) und Medecins du Monde. Lastwagen sollen die Hilfsgüter in das Irrawaddy-Delta bringen, darunter auch Arzneimittel zur Behandlung von Durchfallerkrankungen.
Dort haben hunderte Menschen in Klöstern Schutz gesucht, wo sie auf dem Fußboden schlafen. Andere übernachten im Freien und trinken schmutziges Wasser, das mit Fäkalien oder Kadavern verseucht war. "Bisher haben wir genug Wasser, weil wir Regen aufgefangen haben", sagte der Abt eines Klosters in Pyapon. "Aber wir haben nichts mehr zu essen."
Die Zahl der Toten nach dem Zyklon "Nargis" stieg unterdessen nach amtlichen Angaben auf 31.938. Fast ebensoviele Menschen gelten noch als vermisst. Catherine Bragg vom Generalsekretariat der Vereinten Nationen sagte, die tatsächliche Zahl der Todesopfer liege vermutlich zwischen 62.000 und 100.000 "oder womöglich noch höher".
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