Malaysia: Regierung verbietet Kirche das Wort "Allah"
zuletzt aktualisiert: 20.02.2008 - 11:27Kuala Lumpur (RPO). Die katholische Kirche in Malaysia darf in ihren Publikationen in der Landessprache nicht mehr das Wort "Allah" für Gott verwenden. Daran ist die Lizenz geknüpft, die die Regierung der Kirche für die Erzeugung und Verbreitung von Medien erteilt hat.
Das berichtet am Mittwoch der "Herald", die Wochenzeitung der katholischen Kirche Malaysias. Der Chefredakteur des "Herald", Jesuitenpater Lawrence Andrew, nannte das Verbot schockierend. Die Kirche habe dagegen Klage beim Obersten Gericht in Kuala Lumpur eingereicht. Ihr Argument: im Arabischen bedeute das Wort "Allah" allgemein "Gott", ohne einen bestimmten Gott zu spezifizieren.
Mitglieder von Minderheitsreligionen könnten sich im islamisch geprägten Malaysia nicht länger auf die Verfassungsgarantie der Religionsfreiheit verlassen, so Andrew. Vielmehr müssten sich die religiösen und ethnischen Minderheiten dem Islam als der Religion der ethnischen Mehrheit Malaysias anpassen.
Andrew wörtlich: "Wir müssen uns bewusst werden, dass wir auf einem schlüpfrigen Pfad sind, der uns, die Nicht-Muslime, zur Dhimmitude führt." Der Jesuit erläuterte, das islamische Konzept des "Dhimmitude" verlange von in islamischen Staaten geduldeten "Andersgläubigen", ihr öffentliches Leben so zu führen, dass es dem Islam und den Muslimen in keiner Weise hinderlich ist.
Als weiteren Beleg dafür sieht Andrew die Beschlagnahmung von 32 Bibeln durch den malaysischen Zoll. Die Beamten hätten die Bibeln Anfang Februar am Flughafen von Kuala Lumpur im Gepäck einer Katholikin entdeckt und konfisziert. Man habe ihr mitgeteilt, nach neuen Vorschriften müsse die Behörde zur Veröffentlichung von Koranschriften alle religiösen Schriften begutachten.
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