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Attentat in Russland: Regierungskritischer Journalist getötet

zuletzt aktualisiert: 16.12.2011 - 19:16

Moskau/Wien (RPO). In der russischen Kaukasusrepublik Dagestan ist ein regierungskritischer Journalist getötet worden. Der Gründer der Wochenzeitung "Tschernowik", Chadschimurad Kamalow, sei in der Nacht zum Freitag kurz vor Mitternacht in der Stadt Machatschkala erschossen worden, teilten die Ermittler mit.

Ein bewaffneter Mann habe vor dem Verlagshaus Schmiere gestanden und mehrmals auf den Journalisten geschossen. Anschließend sei er in ein Auto geflüchtet, in dem ein Komplize auf ihn gewartet habe.

Kamalow habe zahlreiche Schussverletzungen erlitten und sei auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben, erklärten die Ermittler. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Attentat auf Kamalow etwas mit seinem Job zu tun hat", hieß es weiter. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Itar-Tass recherchierte der Journalist zu Entführungen, für die Sicherheitskräfte in Dagestan verantwortlich waren.

Das Komitee für den Schutz von Journalisten mit Sitz in New York sprach von einem "enormen Verlust für den unabhängigen Journalismus im Nordkaukasus". Die Mitarbeiter von "Tschernowik" würden zudem regelmäßig bei ihrer Arbeit behindert. Die von Kamalow im Jahr 2003 gegründete Zeitung ist für ihre Kritik an den Behörden bekannt. Kamalow hatte bereits vor zwei Jahren in anonymen Briefen Todesdrohungen erhalten.

Die Beauftragte für Freiheit der Medien der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Dunja Mijatovic, äußerte sich "beunruhigt" über das Attentat. Es habe eine "Zeitung, die für ihre investigative Berichterstattung bekannt ist", getroffen. Sie sei aber "zuversichtlich", dass die russischen Behörden nicht nur wegen des Mordes ermittelten, sondern auch "Vorsorgemaßnahmen" ergriffen, um Journalisten eine "sichere" Arbeit "ohne Angst" zu ermöglichen.

Der Mord "bestätigt den beschämenden Status Russlands als gefährliches Territorium für Journalisten", teilte das in Wien ansässige Internationale Presse-Institut mit. Kamalow sei der vierte Journalist, der seit Anfang des Jahres in Russland ermordet wurde. Seit 2000 sei die Zahl damit auf 40 gestiegen. In vielen Fällen hätten Ermittler die Täter nicht gefasst, der unabhängige Journalismus in Russland sei nachhaltig geschwächt.

In Dagestan im Nordkaukasus kämpfen seit Jahren radikalislamische Rebellen für die Unabhängigkeit von Moskau. Für Anschläge werden häufig die Rebellen verantwortlich gemacht werden.

Quelle: AFP

 
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