"MS Melody": Reisende: Piraten mit Liegestühlen attackiert
zuletzt aktualisiert: 28.04.2009 - 19:27Hamburg (RPO). Der Piratenüberfall auf das Kreuzfahrtschiff "MS Melody" verlief offenbar dramatischer als bisher bekannt. Reisende schilderten Medienberichten zufolge, dass vor allem das beherzte Eingreifen von Passagieren die Piraten zum Aufgeben gezwungen habe.
Eine Frau habe zufällig das Boot der Seeräuber entdeckt und Mitreisende zu Hilfe gerufen, berichtete "Spiegel Online". Die Passagiere hätten die Piraten mit Tischen und Liegestühlen aus Plastik beworfen, bevor die Sicherheitskräfte an Bord alarmiert und einsatzbereit gewesen seien. Die Passagiere wehrten sich gegen Aussagen von Kapitän Ciro Pinto, wonach vor allem das Eingreifen seiner Crew das Schiff gerettet habe.
Einer der Seeräuber sei am Seil schon fast auf ein Deck geklettert gewesen, berichteten Zeugen "Spiegel Online". Er sei in die Tiefe gestürzt, als ihn ein Gegenstand mit voller Wucht getroffen habe. Das Piratenboot habe daraufhin abgedreht.
Reederei bestätigt Passagierberichte
Die internationale Reederei MSC Crociere bestätigte die Schilderungen der Kreuzfahrtteilnehmer als "authentisch". "Die Passagiere haben die Angreifer behindert, verscheucht wurden sie von den Schüssen unserer Sicherheitsleute", sagte Unternehmenschef Pierfrancesco Vago "Spiegel Online": "Wir waren professionell, aber wir haben auch Glück gehabt."
Die Reederei zog Konsequenzen aus dem Angriff vom Samstag. "Wir werden nicht mehr in die gefährdeten Gebiete des Indischen Ozeans vor der somalischen Küste fahren", sagte Vago. Eine geplante Fahrt eines anderen Schiffes im Herbst werde verlegt: "Wir werden diese Route nicht fahren und stattdessen eine nehmen, die an Westafrika vorbeiführt."
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