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Zwei Menschen erschossen
Tote bei Schießerei in Restaurant in Göteborg

Restaurant in Göteborg: Zwei Menschen erschossen
Polizisten untersuchen den Tatort in Göteborg. FOTO: ap
Stockholm. In dem Restaurant in der schwedischen Stadt Göteborg fielen am späten Mittwochabend plötzlich Schüsse. Mindestens zwei Menschen kamen ums Leben. Es soll sich um eine Rachetat unter rivalisierenden Banden gehandelt haben.

Bei dem mutmaßlichen Racheakt haben Bewaffnete im schwedischen Göteborg zwei Menschen getötet und rund ein Dutzend weitere verletzt. Augenzeugen zufolge eröffneten zwei vermummte Männer am Mittwochabend in einem Pub im Stadtteil Biskopsgarden mit Automatikwaffen das Feuer, während die Gäste dort Fußball schauten. Die Täter seien geflohen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Sie ging von einem Streit im kriminellen Milieu aus.

Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben der Polizei um zwei Männer im Alter von 20 und 25 Jahren. Die Opferzahl könne aber noch steigen, sagte Polizeisprecher Björ Blixter. Zehn bis 15 weitere Menschen seien verletzt worden, bis zu vier davon schwer. Das Göteborger Sahlgrenska-Universitätskrankenhaus behandelte nach eigenen Angaben acht Verletzte. Einer der Patienten habe lebensgefährliche Verletzungen erlitten, zwei andere seien in einem ernsten, aber stabilen Zustand, hieß es.

Ein Augenzeuge berichtete der Zeitung "Aftonbladet", zwei bewaffnete Angreifer hätten den Pub gestürmt und dann das Feuer eröffnet, als die Gäste gerade ein Fußballspiel im Fernsehen schauten. Ein Mitarbeiter der Kneipe sagte der Zeitung, die Angreifer hätten direkt auf die Köpfe der Gäste gezielt. Einer der Angreifer sei in der Tür stehen geblieben, um eine Flucht zu verhindern.

Ein anderer Zeuge namens "Rocky" sagte dem Rundfunksender SVT, die Schießerei sei schnell vorbei gewesen. "Ich hatte nicht mal Zeit, darüber nachzudenken, was passierte", sagte er. "Dann sah ich, dass mein Freund blutete. Ich versuchte, die Blutung so gut wie möglich mit meinen Händen zu stoppen."

Die Polizei leitete eine Fahndung nach den Tätern ein. Die Ermittler schlossen einen terroristischen Hintergrund aus. Wahrscheinlich habe es sich um einen Streit zwischen rivalisierenden Banden gehandelt. Damit habe es in den vergangenen Jahren in der Gegend Probleme gegeben - "aber nicht in diesem Ausmaß." Der Pub liegt im Stadtteil Biskopsgarden, einem Viertel mit großem Ausländeranteil und einer hohen Arbeitslosenquote, wo es immer wieder Schießereien gibt. Der Stadtteil war 2010 der erste in Schweden, der Überwachungskameras installierte - laut der Zeitung "Expressen" gibt es jedoch keine an dem Platz, an dem sich der Pub befindet.

Polizeichef Klas Friberg sagte bei einer Pressekonferenz, viele Mitglieder krimineller Banden in Göteborg seien bereit, "extreme Gewalt anzuwenden". "Es ist kein Geheimnis, dass es in Göteborg zahlreiche Konflikte zwischen den verschiedenen kriminellen Banden gibt, die sich um die Vorherrschaft im kriminellen Milieu streiten."

Göteborg, die an der Westküste des Landes gelegene zweitgrößte Stadt Schwedens, zählt rund 550.000 Einwohner. Auch das benachbarte Dänemark hat Probleme mit kriminellen Banden wie den Rockerclubs Hells Angels und Bandidos. Bei einem Bandenstreit in einem Einkaufszentrum nahe Kopenhagen waren erst am Mitwoch drei Menschen durch Schüsse oder Messerstiche verletzt worden.

(AF)
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