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Kindesmissbrauch vertuscht
Papst nimmt Rücktritt von US-Bischof Robert Finn an

Robert Finn: Papst nimmt Rücktritt nach Kindesmissbrauch an
US-Bischof Robert Finn ist nach Vertuschung von Kindesmissbrauch zurückgetreten. FOTO: ap
Rom. Fast drei Jahre nach seiner Verurteilung wegen Vertuschung von sexuellem Missbrauch ist der US-Bischof Robert Finn zurückgetreten. Papst Franziskus akzeptierte den Amtsverzicht des 62 Jahre alten Bischofs von Kansas City-Saint Joseph, wie der Vatikan am Dienstag mitteilte.

Gründe wurden nicht genannt. Finn soll die Behörden trotz des Hinweises eines Technikers nicht über einen ihm unterstellten Priester informiert haben, der Hunderte kinderpornografische Fotos auf seinem Computer hatte.

Finn ist der einzige Bischof, der in den USA bisher gerichtlich für die Vertuschung von sexuellem Missbrauch zur Verantwortung gezogen wurde. Er wurde 2012 zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt, blieb aber trotz mehrfacher Rücktrittsforderungen zunächst im Amt. Der Priester war 2013 zu 50 Jahren Haft verurteilt worden. Bekanntgeworden war der Fall erst, nachdem ein Generalvikar die Polizei eingeschaltet hatte.

Die katholische Kirche war vor einigen Jahren vom Skandal um jahrzehntelangen Missbrauch in zahlreichen Ländern massiv erschüttert worden. Papst Franziskus geht seit seinem Amtsantritt entschlossen gegen Kindesmissbrauch vor, richtete unter anderem eine Kommission zum Schutz von Kindern ein und traf sich mit Missbrauchsopfern.

(dpa)
 
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