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Angeblich Großnichte aufgetaucht: Rosa Luxemburg: Ist jetzt ein DNA-Test möglich?

zuletzt aktualisiert: 19.07.2009 - 13:57

Berlin (RPO). In Jerusalem lebt einem Zeitungsbericht zufolge eine bisher in der Öffentlichkeit nicht bekannte Großnichte der KPD-Mitbegründerin Rosa Luxemburg. Sollte das stimmen, könnte ein DNA-Test die These des Direktors des Instituts für Rechtsmedizin an der Berliner Charité überprüft werden, der glaubt, die Leiche der 1919 ermorderten Kommunisten befände sich im Besitz der Charité.

Wie die "Bild am Sonntag" berichtete, heißt die Enkelin eines Bruders der 1919 von Freikorps-Soldaten in Berlin ermordeten Kommunistin Irene Borde. Die Frau ist dem Bericht zufolge 79 Jahre alt und lehrt als Professorin Verfahrenstechnik an der Ben-Gurion-Universität in Beer-Sheva.

Der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin an der Berliner Charité, Michael Tsokos, hatte Ende Mai öffentlich den Verdacht geäußert, 1919 sei nicht die Leiche von Rosa Luxemburg, sondern die einer anderen Frau beigesetzt worden. Tsokos vermutet seit längerem, dass sich die Leiche Luxemburgs im Fundus der Rechtsmedizin der Charité befindet. Dort gibt es eine unbekannte Wasserleiche ohne Kopf, Hände und Füße. Sicherheit über die Identität dieser Toten könne nur ein DNA-Vergleichstest bringen, hatte der Rechtsmediziner gesagt. Eine Haarlocke von Borde soll nun der Zeitung zufolge dem Rechtsmediziner Tsokos übergeben werden.

Im Gespräch mit der Zeitung sagte die in der Sowjetunion aufgewachsene und 1973 nach Israel ausgewanderte Irene Borde: "Ich hüte das Vermächtnis der Luxemburg-Familie." In ihrem Familienalbum befinde sich auch ein Foto ihres Onkels Kasimir, der heute noch in in Litauen lebe. Sie habe sich mit ihrer Verwandtschaft zu Rosa Luxemburg "nicht wichtig tun" wollen, sagte Borde.

Rosa Luxemburg und der Arbeiterführer Karl Liebknecht waren am 15. Januar 1919 von Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützen-Division ermordet worden. Luxemburg wurde durch einen Schuss in den Kopf getötet. Anschließend warfen die Täter ihre Leiche in den Landwehrkanal, wo sie Monate später gefunden wurde.

Quelle: DDP

 
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