Katastrophe in Nigeria: Rund 100 Tote bei Brand einer Ölpipeline
zuletzt aktualisiert: 15.05.2008 - 21:45Port Harcourt (RPO). Rund 100 Menschen sind am Donnerstag beim Brand einer Ölpipeline in Nigeria nach Angaben des Roten Kreuzes ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich in einer Ortschaft am Rande der Metropole Lagos.
Etwa 20 Verletzte seien mit zum Teil schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagte Sule Mekudi, ein Vertreter des Roten Kreuzes, am Unglücksort in einem nördlichen Vorort von Lagos.
Der Polizeisprecher der größten nigerianischen Stadt bestätigte das Unglück, wollte jedoch keine Angaben zu Opferzahlen und Unglücksursache machen. Die Ermittlungen dauerten noch an, sagte er. Ein Vertreter des Katastrophenschutzes hatte zuvor noch von mindestens zehn Toten gesprochen, darunter ein zweijähriges Kind.
Laut Mekudi war ein Unfall Schuld an der Explosion. Bei Straßenbauarbeiten hätten die Arbeiter die Pipeline versehentlich mit einem Bagger aufgeschlitzt, diese sei explosionsartig in Brand geraten. Die Unglücksstelle liegt in unmittelbarer Nähe einer Grundschule. Sie sei mit Schuhen und Schultaschen der Kinder übersäht, berichtete ein Fotograf einer Nachrichtenagentur.
Nigeria ist der größte Erdölproduzent in Afrika. Pipeline-Brände sind keine Seltenheit, zum einen wegen ihres schlechten Zustands, zum anderen, weil sie von Dieben angezapft werden, die das Öl auf dem Schwarzmarkt verkaufen. Weihnachten 2007 starben 40 Menschen bei der Explosion einer angezapften Pipeline vor Lagos.
Ein Jahr zuvor kamen 200 Menschen in einem anderen Stadtteil der Wirtschaftsmetropole bei dem Versuch ums Leben, sich mit Treibstoff aus einer ebenfalls heimlich angezapften Pipeline zu versorgen.
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