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Rund um Amatrice
Italien von starken Nachbeben erschüttert

Aufräumarbeiten in der Erdbebenregion gehen weiter
Aufräumarbeiten in der Erdbebenregion gehen weiter FOTO: afp
Rom. In Mittelitalien hat es in der Nacht zu Freitag erneut starke Nachbeben gegeben. Dies hat weitere beschädigte Häuser in Amatrice zum Einsturz gebracht. Unterdessen stieg die Zahl der Toten nach dem ersten Erdbeben auf 267.

Das stärkste der Nachbeben ereignete sich um 6.28 Uhr am Freitagmorgen und hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 4,7. Die Erdbebenwarte in Potsdam gab die Stärke mit 4,4 an. Das Zentrum lag demnach in elf Kilometern Tiefe in der Provinz Rieti, nicht weit von dem Ort Amatrice entfernt. Dort gab es im Zentrum weitere Einstürze, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Allerdings nicht dort, wo die Helfer versuchten, noch Opfer aus den Trümmern zu bergen.

Bei dem Erdbeben mit einer Stärke von mehr als 6 waren in der Nacht zu Mittwoch mindestens 267 Tote gegeben. Diese neue Zahl teilte der Zivilschutz am Freitag laut Nachrichtenagentur Ansa mit. Bisher wurde die Zahl der Toten in der vorläufigen Bilanz mit 250 angegeben. Jedoch wurde mit mehr Opfern gerechnet. Die Zahl könnte nach Angaben des Zivilschutzes weiter steigen. Italien hat bereits den Notstand ausgerufen. Besonders betroffen sind die Orte Amatrice und Accumoli in der Region Latium und Pescara del Tronto in den Marken.

Nachbeben: Zahl der Erdbebentoten steigt auf 247

Seit dem ersten starken Beben gab es mehr als 500 Nachbeben, darunter auch einige mit einer Stärke von 5,1.

Bislang acht Ausländer unter den Opfern

Unter den Toten sind auch mindestens acht Ausländer. Drei Briten seien in Amatrice ums Leben gekommen, sagte ein Behördenvertreter dem Sender BBC. Nach Informationen des "Daily Mirror" war unter ihnen ein 14-jähriger Jugendlicher.

Nach Angaben des Außenministeriums in Bukarest wurden auch zwei Rumänen getötet, acht weitere Rumänen werden demnach noch vermisst. Drei weitere Opfer stammten aus Spanien, Kanada und El Salvador, wie die Regierungen der betroffenen Länder mitteilten.

Fotos: Schweres Erdbeben erschüttert Zentralitalien FOTO: dpa, drn ms

Das Auswärtige Amt hatte am Donnerstag erklärt, bislang gebe es keine Hinweise auf Deutsche unter den Opfern. Das Gebiet ist eine beliebte Ferienregion. Das Außenministerium riet Reisenden, die gesamte Erdbebenregion weiträumig zu meiden.

Staatsbegräbnis für die Opfer

Die italienische Regierung hat derweil für Samstag ein Staatsbegräbnis für einige der Opfer des jüngsten Erdbebens angeordnet. Zusätzlich wurde für Samstag Staatstrauer ausgerufen, an allen öffentlichen Gebäuden werden die Flaggen auf halbmast gesetzt.

Die Trauerfeier für die Opfer von Arquata del Tronto in einer Sporthalle in Ascoli Piceno soll von Bischof Giovanni D'Ercole geleitet werden. 49 der bis Freitagmittag geborgenen Toten kamen aus dem kleinen Ort und dem nahegelegenen Dorf Pescara del Tronto. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa wird der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella an der Trauerfeier teilnehmen.

(lai/afp/ap/dpa)
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