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Absturz in Ägypten
Flugschreiber hat Explosionsgeräusch aufgezeichnet

Russische Maschine stürzt über dem Sinai ab - 224 Tote
Russische Maschine stürzt über dem Sinai ab - 224 Tote FOTO: afp, KD/EIS
Paris/Moskau . Nach dem Absturz des russischen Ferienfliegers in Ägypten haben Experten den Flugschreiber ausgewertet. Einem Medienbericht zufolge liegt das Ergebnis jetzt vor. Es untermauert die Theorie eines Anschlags weiter. Auf dem Mitschnitt aus der Maschine ist eine Explosion zu hören. 

Während des Flugs sei klar ein Explosionsgeräusch zu hören, berichtete der Fernsehsender France 2 am Freitag online unter Verweis auf einen Ermittler. Dieser habe erklärt, die Explosion sei nicht die Folge einer Triebwerkspanne.

Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf eine anonyme Quelle, der Flugdatenrekorder bestätige einen plötzlichen Absturz:
"Alles ist normal, völlig normal während des Flugs, und dann plötzlich nichts mehr." Zudem wirke es auf Fotos der Trümmerteile so, als seien diese von innen getroffen worden, was eher für die These einer Bombe spreche.

In beiden Fällen wurden die Quellen der Informationen nicht näher genannt. An der Untersuchung des Falls sind auch französische Ermittler beteiligt. Der russische Ferienflieger mit 224 Menschen an Bord war vergangenen Samstag kurz nach dem Start in Scharm el Scheich über der Sinai-Halbinsel abgestürzt. Niemand überlebte.

Russland stellte seine Flüge in das beliebte Urlaubsland komplett ein. Bislang hatten britische und westeuropäische Airlines lediglich ihre Verbindungen zum Badeort Scharm el Scheich gestoppt.

Die britische Regierung hält es für wahrscheinlich, dass Terroristen eine Bombe an Bord des Fliegers geschmuggelt haben. Ägypten und Russland mahnten dagegen zu Geduld.

Nach Berichten über internationale Geheimdiensthinweise auf einen Sprengsatz an Bord der Maschine wies der russische Präsident Wladimir Putin die Regierung an, die Flüge zu stoppen. Das hatte zuvor der russische Inlandsgeheimdienst FSB vorgeschlagen. Dies bedeute nicht, dass Russland sich auf einen Terroranschlag als Absturzursache festlege, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau.

Die britische Regierung erhielt einem Bericht der BBC zufolge Hinweise, wonach möglicherweise eine Bombe im Frachtraum des Airbus A321 versteckt gewesen sei. Die BBC-Informationen stützten sich auf abgehörte Gespräche von Milizen auf der Sinai-Halbinsel. Zuvor hatte die Terrormiliz IS behauptet, für die Katastrophe verantwortlich zu sein.

Nach Behördenangaben sitzen rund 45 000 russische Urlauber in den ägyptischen Badeorten am Roten Meer fest. Der Tourismusverband schätzt die Zahl sogar auf rund 70 000. Ägypten ist eines der beliebtesten Ferienziele der Russen. Der Rücktransport könnte nach Expertenschätzung zwei Wochen oder länger dauern. Die Gesellschaft Aeroflot schickte noch am Abend eine leere Maschine nach Kairo.

Nach dem Flugverbot hielten die Behörden bereits die ersten Maschinen an den Moskauer Flughäfen zurück. Mehr als zehn Flüge seien am Abend aufgehalten worden, meldete die Agentur Tass. Die Behörden richteten einen Krisenstab ein mit Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch an der Spitze. Der Stab soll den Rücktransport der in Ägypten gestrandeten Russen organisieren.

In der Region sitzen auch bis zu 20 000 Briten fest. Eine groß angelegte Rückholaktion der britischen Regierung lief nur schleppend an. Offiziellen Angaben zufolge durften zunächst nur 8 von 29 geplanten Sonderflügen starten. Die ägyptischen Behörden machen dafür die nicht ausreichende Flughafenkapazität und striktere Sicherheitsmaßnahmen verantwortlich.

(jco/dpa)
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