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Bluttat von San Bernardino
FBI sieht keine Verbindung der Attentäter zu Terrornetzwerken

San Bernardino: FBI sieht keine Verbindung der Attentäter zu Terrornetzwerken
Diese Fotos des Paares veröffentlichten die US-Behörden. FOTO: afp, rix/ACR
San Bernardino. Das FBI hat das Attentat von San Bernardino als Terrorakt eingestuft. Die Familie der Todesschützen aber weist diesen Zusammenhang zurück. Inzwischen wurde ein Foto der beiden veröffentlicht.

Die tödliche Attacke von San Bernardino in Kalifornien mit 14 Todesopfern gibt weiterhin Rätsel auf. Die Angehörigen des Attentäters in San Bernardino wussten nach Angaben ihrer Anwälte nichts von angeblichen Verbindungen zu Terrorgruppen.

Sie hätten keinerlei Anzeichen für "extremistische Ansichten" von Syed Farook gesehen, sagte Anwalt David Chesley am Freitag in Kalifornien. Die Familie, darunter zwei Schwestern und der Bruder von Farook, seien von der Bluttat total schockiert gewesen. Die Familie und die Anwälte würden eng mit der Bundespolizei FBI kooperieren.

Bis zu 20 Opfer: Schießerei in Kalifornien FOTO: dpa, ks

Das FBI hatte die tödliche Attacke im kalifornischen San Bernardino zuvor als Terrorismus bewertet. Das sagte der stellvertretende FBI-Direktor von Los Angeles, David Bowdich, am Freitag am Tatort.

Eine Verbindung der Tat zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sei zunächst nicht gefunden worden. "Wir haben solche Hinweise derzeit nicht", teilte FBI-Direktor James Comey in Washington mit. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die beiden Täter vom internationalen Terror inspiriert worden seien.

Nach Medienberichten soll Tashfeen Malik (27), die am Mittwoch gemeinsam mit ihrem ein Jahr älteren Ehemann 14 Menschen erschossen hatte, dem IS mit Beginn der Attacke in einem Facebook-Beitrag die Gefolgschaft versprochen haben. Einem Facebook-Sprecher zufolge sei das entsprechende Profil mit dem Eintrag inzwischen entfernt worden, berichtete die "Los Angeles Times". 

Chesley warnte unterdessen vor "voreiligen Rückschlüssen" auf die Hintergründe des Massakers. Die Motive der Schützen seien derzeit "sehr unklar", sagte der Anwalt. Es könnte sich um einen Streit am Arbeitsplatz handeln. Nach Angaben der Familie habe Farook erzählt, er sei wegen seines langen Bartes von Kollegen gehänselt worden.

Farooks pakistanische Frau wurde von den Anwälten als "fürsorgliche Hausfrau" beschrieben. Sie habe eine Burka getragen und traditionell gelebt. Die Geschwister von Farook hätten sonst nicht viel über sie gewusst. Farooks Mutter lebte im Haus der jungen Eheleute. Das Paar hatte eine gemeinsame, erst sechs Monate alte Tochter. Schwer bewaffnet, wurden Farook und Malik auf der Flucht von der Polizei erschossen.

Die 14 Todesopfer in der Sozialeinrichtung in San Bernardino waren zwischen 26 und 60 Jahre alt. Die meisten arbeiteten für den Bezirk.
Unter den Opfern war eine 46-jährige gebürtige Iranerin, ein sechsfacher Familienvater und ein Mann, der in der Einrichtung ein Café betrieb.

(das/dpa)
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