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Sandra Bullocks Notruf
"Ich habe mich im Schlafzimmer eingeschlossen"

Diese Stars haben unter Stalker zu leiden
Diese Stars haben unter Stalker zu leiden FOTO: AP
Los Angeles. Es ist keine Rolle, die Sandra Bullock spielt, sondern pure Realität: In Panik vor einem Einbrecher ruft die US-Darstellerin bei der Polizei an. Dem Mann, der sie erschreckt hat, wird nun wegen 26 verschiedenen Vorwürfen der Prozess gemacht.

Nach seinem Einbruch in das Haus von US-Schauspielerin Sandra Bullock muss sich ein Mann unter anderem wegen Stalkings, Einbruchs und Waffenbesitzes vor Gericht verantworten. Der Richter Terry A. Bork entschied am Donnerstag in Los Angeles, dass die Staatsanwaltschaft genügend Beweise gegen Joshua James C. vorgebracht habe, um ihm wegen mehrerer Delikte den Prozess zu machen.

Die Beweise zeigen Bork zufolge, dass C. die Oscar-Preisträgerin gestalkt hat und in ihr Haus eingebrochen ist. Bork fällte dieses Urteil nach einer Anhörung, in der unter anderem Bullocks panischer Notruf im Juni 2014 angehört wurde, nachdem der Mann in ihr Haus eingedrungen war. Der mutmaßliche Stalker plädierte in allen Punkten auf nicht schuldig.

"Ich bin in meinem Schrank. Ich habe eine sichere Tür", sagt Bullock aufgeregt und heftig atmend in dem Notruf. "Ich bin im Augenblick eingeschlossen in meinem Schrank."

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Der 39-Jährige wurde noch im Anwesen von Bullock festgenommen. Er hatte einen zwei Seiten langen Liebesbrief an Bullock sowie mehrere Magazinfotos der Schauspielerin bei sich. "Er sagte: "Es tut mir Leid. Ich liebe dich, Sandy"", berichtete der Polizeibeamte Jose Bermudez vor Gericht.

Die Behörden fanden später in der Wohnung des 39-Jährigen ein Arsenal an Waffen, darunter Maschinenpistolen. Er hatte laut Polizeiangaben jedoch keine Waffe bei sich, als er ins Haus des Schauspielstars eingebrochen war.

Ein Verteidiger führte vergeblich an, dass die Stalking- und Einbruchsvorwürfe aufgrund der psychischen Situation des Mannes niedergelegt werden müssten. Sein Mandant habe unter Wahn gelitten und glaube, er sei mit der Schauspielerin verheiratet gewesen. Er habe lediglich einen Brief übergeben wollen.

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"Der Liebesbrief, den Herr C. bei sich trug, erklärt nichts außer Liebe und Bewunderung", sagte Anwalt Paul Takakjian. Es stehe nichts darin, dass er Bullock Schaden zufügen wolle.

Anders sah das die Staatsanwaltschaft. Die stellvertretende Staatsanwältin Wendy Segall sagte, C. sei in drei aufeinanderfolgenden Nächten am Haus von Bullock aufgetaucht und sei mitten in der Nacht eingebrochen. "Es ist klar, dass er sie wiederholt und bösartig stalkte."

Richter Bork sagte, grafische Einträge in einem Notizbuch, in dem sich auch der Liebesbrief befand, sowie Fotos, auf denen Bullock mit tiefem Ausschnitt zu sehen ist, seien Anzeichen für eine sexuelle Motivation der Tat. "Du bist so heiß und intelligent und geschmeidig und prall", las Bork aus dem Notizbuch vor. Anschließend folgten sexuelle Kraftausdrücke. Der Richter will C. am 23. April zu allen 26 Vorwürfen vernehmen.

Die 50-jährige Bullock spielte in Filmen wie "Speed" (1994), "Gravity" (2013) und "The Blind Side - Die große Chance" (2009) mit. Letzterer brachte ihr einen Oscar und einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin ein

(ap)
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