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Hunderte Verletzte
Acht Tote durch schweren Sandsturm über dem Nahen Osten

Sandsturm über dem Nahen Osten fordert mindestens acht Tote
Mindestens acht Menschen sind durch den ungewöhnlich schweren Sandsturm ums Leben gekommen. FOTO: ap
Beirut. Durch einen ungewöhnlich schweren Sandsturm, der am Dienstag über mehrere Länder des Nahen Ostens gefegt ist, sind mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Bei hunderten Menschen wurden gesundheitliche Beschwerden wie Erstickungsanfälle und akute Atemnot hervorgerufen.

Wie Satellitenbilder zeigten, zog der Sturm vom Irak über Syrien, den Libanon, die Palästinensergebiete und Israel bis nach Zypern und zur Südküste der Türkei.

Sechs Todesfälle wurden aus Syrien gemeldet, zwei weitere aus dem Libanon. Von den sechs Toten in Syrien seien ihm vier aus Deir Essor mitgeteilt worden, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. In der hochgelegenen Bekaa-Ebene im Osten des Libanon war die Belastung der Luft mit Schwebstoffen besonders hoch. Hier wurden 750 Menschen mit Erstickungsanfällen oder akuter Atemnot in Krankenhäuser aufgenommen. Zwei Frauen starben an den Folgen, wie Gesundheitsminister Wael Bou Faour mitteilte. Die Polizei verteilte in libanesischen Städten Schutzmasken.

Wie Muin Hamse, Generalsekretär des Nationalen Forschungszentrums in Beirut erklärte, wiesen die Staubpartikel in der Luft eine "ungewöhnliche Dichte" auf. Ungewöhnlich sei auch der Zeitpunkt. Der von heißen, sandigen Winden begleitete Chamsin trete in der Region häufig um die Tagundnachtgleiche auf, "aber eigentlich im Frühjahr und nicht im Herbst", sagte Hamse der Nachrichtenagentur AFP.

Eine Normalisierung der Luftwerte erwarteten die Meteorologen erst ab Mittwochabend. Die ungewöhnlich lange Dauer des Sandsturms erklärte das Wetteramt in Jerusalem mit den relativ schwachen Winden, die ihn begleiteten. Der Blick vom Ölberg auf die Jerusalemer Altstadt, ein beliebtes Fotomotiv, war durch den Sandsturm stark vernebelt.

In Jerusalem wurde nachmittags eine Staubdichte von 1412 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Von Sport im Freien rät der dortige meteorologische Dienst ab einer Belastung von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter ab. Die Gesundheitsbehörden im Libanon und in Israel riefen alle Risikogruppen, "also Menschen, die unter Allergien, Atem- oder Herzbeschwerden leiden, sowie generell Ältere, Kinder und Schwangere", dazu auf, zu Hause zu bleiben oder draußen Gesichtsmasken zu tragen.

Trotz starker Sichtbehinderungen konnte der Flugbetrieb in den betroffenen Ländern weitgehend aufrecht erhalten werden. Zeitweise mussten allerdings Maschinen, die in Larnaka an der Südküste Zyperns landen wollten, umgeleitet werden, weil die Staubwolken zu dicht wurden.

(AFP)
 
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