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Saudi-Arabien
Zahl der Todesopfer bei Hadsch-Unglück steigt auf 769

Hadsch fordert in Mina 717 Menschenleben
Hadsch fordert in Mina 717 Menschenleben FOTO: ap
Mekka . Während ein iranischer Staatsanwalt Saudi-Arabien vor ein Gericht brungen will, hat sich die Opferzahl zwei Tage nach der tödlichen Massenpanik bei der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch in Saudi-Arabien noch einmal erhöht.

Gesundheitsminister Chaled al-Faleh gab am Samstag die Zahl von 769 Todesopfern und 934 Verletzten bekannt. In den bisherigen Angaben der saudiarabischen Behörden war von 717 Todesopfern und 863 Verletzten die Rede gewesen.

Zu dem Massengedränge war es während der symbolischen Teufelssteinigung in Mina nahe Mekka gekommen, bei der Pilger Kieselsteine auf drei Säulen werfen, die den Teufel symbolisieren. Nach Angaben des saudiarabischen Innenministeriums kam es zu dem Unglück, als zahlreiche Pilger an einer Straßenkreuzung unterwegs waren. Zur extrem hohen Zahl an Todesopfern habe zudem die große Hitze mit rund 46 Grad Celsius am Donnerstag beigetragen.

Zuletzt waren im Januar 2006 in Mina bei einer Massenpanik 364 Pilger getötet worden. Seitdem konnten dank verbesserter Sicherheitsvorkehrungen größere Unglücke vermieden werden.

Derweil will ein iranischer Staatsanwalt das saudi-arabische Königshaus wegen der Pilgerkatastrophe bei Mekka vor einem internationalen Gericht anklagen. Die Massenpanik mit 769 Toten sei Folge eines Verbrechens, sagte Ibrahim Raissi am Samstag im Staatsfernsehen. Sicherheitskräfte hätten eine von den Hadsch-Pilgern genutzte Straße gesperrt, um eine königliche Fahrzeugkolonne durchzuleiten, sagte er. Dadurch habe es Stauungen gegeben, die dazu geführt hätten, dass Pilger in entgegengesetzte Richtungen gegangen seien. Unter den Toten waren 136 Iraner.

(AFP/ap)
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