Schauspieler und Kabarettist: Schauspieler Gunther Philipp ist tot
zuletzt aktualisiert: 03.10.2003 - 14:36Wien/Bonn (rpo). Der Schauspieler und Kabarettist Gunther Philipp ist tot. Im Alter von 85 Jahren starb er in einer Klinik in Bonn-Bad Godesberg.
Der österreichische Darsteller und Lustspielautor Gunther Philipp ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 85 Jahren in einer Bad Godesberger Rehabilitationsklinik, wie Helga Karl von der Münchner Film- und Fernsehagentur Palz der AP am Freitag bestätigte. Philipp sei seiner schweren Krankheit erlegen, an der er schon seit längerem gelitten habe. Der Schauspieler erlangte vor allem in den 50er und 60er Jahren große Popularität als Komiker und wirkte in nahezu 150 Filmen mit.
Philipp, der eigentlich Gunther Placheta hieß, studierte zunächst Medizin und arbeitete zeitweise als Stationsarzt in der Wiener Universitätsklinik für Neurologie und Psychiatrie. Später wandte er sich der leichten Muse zu und wurde auch in der Bundesrepublik insbesondere durch seine Rollen an der Seite des Entertainers und Sängers Peter Alexander bekannt.
Tänzer, Conférencier und Sänger
Der am 8. Juni 1918 im rumänischen Siebenbürgen geborene Philipp war neben seinem Arztberuf von Jugend auf der leichten Muse verbunden und besuchte parallel zum Medizin-Studium in Wien das Reinhardt-Seminar für Schauspielkunst. Schon früh versuchte er sich auch als Tänzer, Conférencier und Sänger und gründete 1946 mit anderen das Kabarett "Die Kleinen Vier". Nachdem er schließlich für den Film entdeckt wurde, gab er Ende 1949 den Arztberuf auf und widmete sich ganz seiner Schauspieler- und Autorentätigkeit.
Obgleich er nach Einschätzung von Kritikern selten das Niveau großer Vorbilder seines Rollenfachs erreichte, war Philipp zwischen 1950 und 1970 einer der beliebtesten Komiker des deutsch-österreichischen Unterhaltungskinos. Zu seinen bekanntesten Filmen zählten "Kaiserwalzer" (1953), "Kaisermanöver" (1954), "Die Abenteuer des Grafen Bobby" (1961), "Liebesgrüße aus Tirol" (1964) und "Frau Wirtin treibt es jetzt noch toller" (1970). In diesen Streifen spielte er nach eigenem Bekenntnis meist den "Klamottenheini und Trottel vom Dienst". Seine wohl einzige ernste Filmrolle übernahm er 1967 in dem Italowestern "Il Nero - Hass war sein Gebet".
"Mir hat's immer Spaß gemacht"
Neben seiner Filmarbeit wirkte Philipp als Autor in vier Revuen mit und schrieb rund 100 Hörfunksendungen sowie mehr als 20 Filmdrehbücher. 1988 erschien sein Erinnerungsband "Mir hat's immer Spaß gemacht. Mit dem Niedergang des Unterhaltungsfilms alter Prägung widmete sich Philipp zunehmend dem Fernsehen, wo er in zahlreichen Boulevard-Komödien mitspielte.
Philipp bleibt auch als hervorragender Sportler in Erinnerung. 1937 bis 1939 war er als schnellster Brustschwimmer Europas, insgesamt stellte er sechs österreichische Rekorde über 100 Meter auf. Philipp war in vierter Ehe mit der wesentlich jüngeren Kölner Arzttochter Gisela, geborene Kirchberg, verheiratet und hinterlässt aus dieser Verbindung einen Sohn. Aus einer früheren Ehe entstammen zwei weitere Söhne.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum