Bei Protest gegen Walfang: Schiff von Umweltaktivisten schwer beschädigt
zuletzt aktualisiert: 06.01.2010 - 17:16Sydney (RPO). Beim bislang schwersten Zusammenstoß zwischen japanischen Walfängern und Tierschützern ist ein Boot der Organisation Sea Shepherd schwer beschädigt worden. Die "Ady Gil" wurde am Mittwoch in der Antarktis von einem japanischen Walfangschiff gerammt.
Dem 24 Meter langen Boot sei dabei auf einer Länge von drei Metern der Bug abgerissen worden, so dass Wasser eingedrungen sei, teilte die Sea Shepherd Conservation Society mit. Die sechs Aktivisten wurden von dem sinkenden Boot gerettet.
Sea Shepherd warf der Besatzung des Walfangschiffs "Shonan Maru" vor, die "Ady Gil" in der Nähe der Commonwealth-Bucht absichtlich gerammt zu haben. Das Boot habe sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls nicht bewegt, sagte Locky Maclean, der Erste Maat des Hauptschiffs der Tierschützer namens "Bob Barker".
"Als sie bemerkten, dass die 'Shonan Maru' direkt auf sie zuhielt, versuchten sie, zurückzusteuern, um den Bug wegzubewegen, aber das war zu spät", erklärte Maclean. Die "Shonan Maru" habe ihren Kurs gezielt geändert und das vordere Ende des Boots hingweg gepflügt.
Japan bestätigt Kollision
In Tokio teilte die japanische Fischereibehörde mit, die Einzelheiten des Vorfalls würden noch geprüft. "Wir können bestätigen, dass es eine Kollision gab, aber wir haben keine weiteren Details", sagte Behördensprecher Toshinori Uoya. Auf japanischer Seite sei niemand zu Schaden gekommen.
In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu Konfrontationen zwischen japanischen Walfängern und Tierschützern gekommen. Diese wollen die Walfänger so sehr bedrängen, dass sie entnervt aufgeben. Dabei werfen die Aktivisten Stinkbomben oder versuchen, mit Seilen die Schiffsschrauben der Walfangschiffe zu blockieren.
Der japanische Walfang in der Antarktis findet offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken statt. Naturschützer und mehrere Mitgliedsstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) werfen Japan aber vor, dies nur zum Vorwand für den kommerziellen Walfang zu nehmen. Die Walfangflotte ist im November in die Antarktis aufgebrochen.
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