Mindestens 18 Tote: Schlammlawinen in Süditalien
zuletzt aktualisiert: 02.10.2009 - 19:30Messina (RPO). Mindestens 18 Menschen sind bei einem schweren Unwetter in Süditalien ums Leben gekommen. Katastrophenschutz-Leiter Bertolaso erklärte, etwa 40 Menschen seien verletzt worden, etliche gelten noch als vermisst. Die Regierung verhängte den Notstand über das Gebiet. Teile der Stadt Messina wurden in der Nacht zu gestern von einer Schlammlawine überflutet. Mindestens 100 Einwohner flüchteten aus ihren Wohnungen, Gebäude stürzten ein, Autos wurden mitgerissen.
In der Gegend um Messina wurden zahlreiche Häuser, Straßen und Schienen zerstört. Schlammmassen begruben weitere Gebiete unter sich und erschwerten die Rettung, 20 Menschen wurden vermisst. Der Bürgermeister von Messina erklärte, die Stadt sei so stark von den Verkehrswegen abgeschnitten, dass die Verletzten auf dem Seeweg transportiert werden müssten. Er rief Ärzte, Sanitäter und Freiwillige auf, in das verwüstete Gebiet zu kommen und zu helfen.
Dort suchten die Opfer Zuflucht auf Dächern, wo sie von Hubschraubern gerettet wurden. "Ich fuhr nach Hause, als plötzlich dieses ganze Zeugs auf mich herabstürzte und mich voll erwischte", sagte ein Überlebender im Fernsehen. "Ich konnte aus dem Wagen klettern. Es war ein furchtbares Erlebnis."
Der Leiter des Katastrophenschutzes, Guido Bertolaso, machte eine fehlende Einhaltung der Bauvorschriften für die Katastrophe mitverantwortlich. "Ein Haus war auf dem Flussufer gebaut", sagte er. "Was kann man da erwarten? Das Wasser findet seinen Weg, und wenn Häuser nicht dort gebaut werden, wo sie es sollten, ist das das Ergebnis."
Zwei der Toten, ein 40 und ein 70 Jahre alter Mann, seien von Schlamm und Müll bedeckt südlich von Messina gefunden worden, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf den Zivilschutz. Die Gegend um Messina sei am stärksten von den Unwettern betroffen. Nach Behördenangaben fielen innerhalb von nur drei Stunden 250 Millimeter Niederschlag. In manchen Ortschaften türmte sich der Schlamm nach Angaben von Augenzeugen bis zu sieben Meter hoch. Die Behörden riefen den Notstand aus.
Die meisten Toten und Schwerverletzten wurden aus zwei Gebäuden geborgen, die von einer Schlammlawine erdrückt wurden, wie ein Sprecher des Zivilschutzes sagte. Der Leiter des Zivilschutzes, Guido Bertolaso, bewertete die Lage nach einem Hubschrauberflug über die betroffene Region als "kritisch". Das Ausmaß der Zerstörungen war nach Einschätzung der Behörden vorerst "unkalkulierbar".
Nach einem Erdrutsch waren die Autobahn südlich von Messina und die Eisenbahnstrecke zeitweise nicht passierbar. Mehr als 60 Verletzte konnten nicht auf dem Landweg ins Krankenhaus gebracht werden, sondern mussten zunächst zum Strand und von dort mit Booten zum Hafen von Messina gebracht werden. Die schwer Verletzten wurden mit dem Hubschrauber weiter in die Kliniken geflogen.
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