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Aggressive Hufeisennattern
Schlangen-Plage verängstigt Menschen auf Mallorca

Schlangenplage auf Mallorca - Bis zu zwei Meter lange Hufeisennattern verunsichern Urlauber
Auf Mallorca können sich die eingeschleppten Hufeisennattern rasant ausbreiten, weil sie auf der Insel keine natürlichen Fressfeinde haben. FOTO: Accipiter (R. Altenkamp, Berlin) Wikipedia Commons
Palma . Nicht nur bei deutschen Touristen ist Mallorca beliebt, auch Schlangen breiten sich dort derzeit aus. Im Nordosten der Insel ist bereits von einer Schlangenplage die Rede. Vor allem die Hufeisennatter verunsichert die Insulaner. Sie wird schnell aggressiv und bis zu zwei Meter lang. Von Beate Wyglenda

Vor allem in Artà habe sich die Situation verschärft, wie die Lokalzeitung "Mallorca Magazin" berichtet. "Viele Anwohner haben so viel Angst vor den Schlangen, dass einige nicht mehr zu ihrem Zweitdomizil aufs Land fahren", heißt es in dem Bericht. Dort seien Hufeisennattern von bis zu zwei Metern Länge gesehen worden. Immer häufiger begegnen Anwohner Schlange dieser Art in ihren Gärten, auf Feldweg oder im Keller.

Biss ist nicht gefährlich, aber schmerzhaft 

Die Schlangen sind für Menschen nicht gefährlich. Sie tragen kein Gift in ihrem Körper und ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säugetieren wie Mäusen und Ratten, daneben Vögeln oder Eidechsen. Allerdings gelten Hufeisennattern als aggressiv. Der Wissenschaftler Piña Fernández erklärte im "Mallorca Magazin": "Sie schnappen zu, wenn sie sich bedroht fühlen." Und der Biss kann sehr schmerzhaft sein. 

Dabei ist die Hufeisennatter keine heimische Schlangenart. Sie wurde in den vergangenen 15 Jahren beim Import von Pflanzen, etwa von Olivenbäumen aus Andalusien, eingeschleppt. Weil sie auf der Balearen-Insel keine natürlichen Fressfeinde hat, konnte sie sich rasant vermehren. 

Umweltministerium stellt Fallen auf 

Das balearische Umweltministerium reagierte inzwischen: Rund 200 Schlangenfallen hat die Behörde aufstellen lassen. Die gefangenen Tiere werden eingeschläfert und an der Balearen-Universität untersucht: "Unser Ziel ist es, die Tiere genau zu studieren und zu lokalisieren, um dann besser gegen die Ausbreitung angehen zu können", sagt der Professor Piña Fernández. "Mittlerweile haben die Reptilien sich fast überall auf der Insel verbreitet." 

Seit April seien 200 Schlangen auf der Insel eingefangen worden. Auf Formentera waren es 600 seit November. In Artà können sich auch Bewohner im Rathaus eine Falle gegen eine Pfandgebühr ausleihen, um sie auf dem eigenen Grundstück aufzustellen. Der Wissenschaftler kritisiert jedoch, dass die Maßnahmen des Umweltministeriums zu spät kämen. Er plädiert dafür, die Einfuhrbestimmungen an Häfen und Flughäfen zu ändern, damit importierte Ware stärker nach blinden Passagieren untersucht werde.

Fünf Schlangenarten sind auf den Balearen bekannt, zwei davon, die Kapuzennatter und die Vipernatter, sind einheimische Arten. Drei wurden dagegen mit Importen eingeschleppt. Neben der Hufeisennatter gehören auch die Eidechsennatter und Treppennatter dazu. Keine davon ist für Menschen gefährlich. 

 

 
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