Erdbeben, Tsunami, Sturm: Schreckliche Szenen nach den Katastrophen
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 01.10.2009 - 13:28Düsseldorf (RPO). Es sind erschütternde Bilder, die von den verheerenden Naturkatastrophen in Asien und dem Pazifik zeugen. Und die Szenen der Trauer und Verzweiflung ähneln sich. In Indonesien suchen die Helfer mit bloßen Händen nach den Verschütteten des Erdbebens, auf Samoa werden immer mehr Opfer des Tsunami aus dem Wasser geborgen. Und auf den Philippinen stehen Kinder und Erwachsene bei Hilforganisationen Schlange, um nach den Zerstörungen des Sturms „Ketsana“ an Trinkwasser und Essen zu bekommen.
Auf Sumatra in Indonesien stehen die Menschen weinend auf der Straße, sie haben das wenige zusammengepackt, das von ihrem Hab und Gut nach dem Erdbeben übrig geblieben ist. Bei manchen ist es nur das, was sie am Leibe tragen. Nun versuchen zigtausend Betroffene, das Gebiet zu verlassen.
Die EU stellt für die Erdbebenopfer in Indonesien drei Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung, die Bundesregierung eine Million Euro. Das Geld werde von Hilfsorganisationen vor Ort unter anderem für Trinkwasser und Notunterkünfte gebraucht, erklärten die EU-Kommission in Brüssel und das Auswärtige Amt in Berlin am Donnerstag. Zudem seien Experten der Kommission und des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) auf dem Weg in das Katastrophengebiet, hieß es.
Spenden für Opfer von Sturm und Erdbeben in Südostasien:
Brot für die Welt, Medico international, Misereor, Terre des Hommes und Welthungerhilfe unter www.entwicklung-hilft.de/online-spende.html
Hilfe für Erdbebenopfer auf Sumatra:
Infos auf http://www.caritas-international.de/ und http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/
Bei den schweren Beben vor der Westküste der indonesischen Insel Sumatra sind nach Auskunft der lokalen Behörden Tausende Menschen unter ihren zusammengebrochenen Häusern verschüttet. Das indonesische Gesundheitsministerin befürchtet mehr als 1000 Todesopfer, wie deutsche Hilfsorganisationen am Donnerstag mitteilten. Offiziell werden bisher etwa 500 Tote bestätigt.
Dem Beben am Mittwoch war am Donnerstagmorgen ein weiteres mit der Stärke 6,8 bis 7,0 gefolgt. "Alles deutet auf eine große humanitäre Katastrophe hin", sagte Manuela Roßbach von der "Aktion Deutschland Hilft" (ADH) in Bonn. "Nach unserer Erfahrung wird das volle Ausmaß der Katastrophe erst in einigen Tagen erkennbar werden." Vom ersten schweren Beben war besonders die Hafenstadt Padang betroffen.
Auf Samoa suchen Retter zwischen Trümmerstücken und anderem Treibgut in den Gewässern rund um die Inselgruppe nach Leichen, die von der Tsunami-Welle ins Meer gespült worden waren. Immer mehr Opfer bergen die Helfer am Donnerstag auch aus Schlamm und Geröllmassen. Auf der Suche nach weiteren Opfern kreisten Hubschrauber über dem Pazifik.
Bislang ist auf Samoa die Zahl der Toten auf 140 gestiegen. Die Behörden teilten mit, hunderte Menschen würden noch vermisst. Meterhohe Flutwellen hatten am Vortag rund 20 polynesische Dörfer mit sich gerissen. Auch auf der benachbarten Inselgruppe Amerikanisch-Samoa wurden zahlreiche Ansiedlungen dem Erdboden gleichgemacht. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Unten ihnen waren auch zwei deutsche Touristen. Auslöser der gigantischen Flutwellen war ein Seebeben der Stärke 8,0 südwestlich der Inselgruppe.
Der kleine Junge ist verdreckt, in den Händen hält er zwei dünne Plastiktüten. Er läuft durch eine Schlammwüste, die der Tropensturm "Ketsana" auf den Philippinen hinterlassen hat. Mit seiner Schwester sucht er in den Trümmern nach brauchbaren Überresten der Katastrophe. Durch den Sturm starben jüngsten Angaben zufolge 383 Menschen. Auf den Philippinen erhöhte sich die Zahl der Toten auf 277, in Vietnam auf 92 und in Kambodscha auf 14. Insgesamt waren in Asien rund drei Millionen Menschen von dem Unwetter betroffen.
Millionen Flutopfer des Tropensturms in Asien müssen sich auf den nächsten möglichen Taifun, "Parma", gefasst machen. "Wir haben es mit einem sehr starken Taifun zu tun, so dass wir im höchsten Maße vorbereitet sein sollten", sagte der Sprecher des philippinischen Wetterbehörde, Nathaniel Cruz, am Donnerstag. Der Taifun "Parma", derzeit noch östlich der Philippinen, werde vermutlich am Samstag auf Land treffen. Schon jetzt habe er Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 185 Stundenkilometern.
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