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Mexiko
Schüsse zwischen verfeindeten Banden – 14 Tote

Chihuahua. Bei heftigen Gefechten zwischen verfeindeten Banden sind im Norden Mexikos 14 Menschen getötet worden. Weitere zwölf Menschen wurden bei der Schießerei zwischen Mitgliedern rivalisierender Gangs in der Ortschaft Las Varas im Bundesstaat Chihuahua zum Teil schwer verletzt worden.

Das sagte der Sprecher der örtlichen Staatsanwaltschaft, Félix González, am Mittwoch. Die Verletzten wurden festgenommen und in Krankenhäuser gebracht.

In die Schießerei seien ersten Ermittlungen zufolge Angehörige des Verbrechersyndikats "La Línea", des bewaffneten Arms des Drogenkartells von Juárez, und Mitglieder einer Bande aus dem Bundesstaat Sinaloa verwickelt gewesen, sagte González. Sinaloa ist die Hochburg des gleichnamigen Drogenkartells, dessen früherer Chef Joaquín "El Chapo" Guzmán Anfang des Jahres an die USA ausgeliefert worden war.

Als die Polizei am Tatort eintraf, eröffneten die Verdächtigen das Feuer auf die Beamten, wie Sicherheitschef Óscar Alberto Aparicio Avendaño sagte. Die Polizisten beschlagnahmten Autos, Schusswaffen, Handgranaten und Granatwerfer. Ein Black-Hawk-Hubschrauber der Bundespolizei kreiste über dem Tatort, mehrere Patrouillen suchten nach weiteren Verdächtigen.

Gewalt nimmt deutlich zu

"Diese Verbrecher haben vor knapp einer Woche feige zwei unserer Beamten getötet", sagte Aparicio Avendaño. Die Behörden gehen zudem davon aus, dass der Vorfall vom Mittwoch mit der Entdeckung von acht Leichen in der Region am Vortag im Zusammenhang steht.

Chihuahua liegt nahe der Grenze zu den USA an einer wichtigen Schmuggelroute Richtung Norden und ist immer wieder Schauplatz blutiger Revierkämpfe. Die Drogenkartelle von Juárez und Sinaloa sowie eine Reihe von Splittergruppen ringen dort um die Kontrolle des Marihuana- und Opiumanbaus.

Seit einiger Zeit nimmt die Gewalt in Mexiko deutlich zu. Im Mai wurden 2186 Menschen getötet - der höchste Wert seit Beginn der systematischen Erhebung vor 20 Jahren. Seit Jahresbeginn wurden 9916 Menschen getötet, 29,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2016. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im gesamten vergangenen Jahr 876 Menschen Opfer von Mord und Totschlag.

Festnahmen und Tötungen von mächtigen Kartellbossen hatten zuletzt interne Machtkämpfe um deren Nachfolge ausgelöst. Außerdem konkurrieren immer kleinere Banden um Geschäftsanteile und Einflusszonen.

(das/dpa)
 
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