Großbritannien: Schuldig: Eigenes Kind entführt
zuletzt aktualisiert: 04.12.2008 - 17:43London (RPO). Eine Britin hatte einen Monat lang tränenreich in den Medien um die Rückkehr ihrer neunjährigen Tochter gefleht. Nun sprach ein Geschworenengericht die Mutter schuldig: Sie habe die Entführung inszeniert.
Der 33-Jährigen wird außerdem die Gefangenhaltung ihrer Tochter Shannon sowie Irreführung der Justiz zur Last gelegt, wie die Geschworenen am Donnerstag nach sechsstündigen Beratungen erklärten. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt vom Gericht festgesetzt.
Der Onkel des Stiefvaters der kleinen Shannon wurde ebenfalls schuldig gesprochen. Beide haben die Tat abgestritten und sich gegenseitig belastet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft inszenierten sie die Entführung gemeinsam, um die Belohnung zu kassieren, die für das Wiederfinden des Kindes ausgesetzt war.
Die Belohnung betrug nach einem Monat 50.000 Pfund - das sind etwa 58.000 Euro. Das Mädchen aus dem nordenglischen Dewsbury wurde am 19. Februar nach der Schule als vermisst gemeldet. Nach einem großen Polizeieinsatz wurde das Kind schließlich am 14. März in einer nahegelegenen Wohnung der Mutter gefunden. Shannon war während der 25 Tage unter Drogen gesetzt worden.
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