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Gesunkene Bohrinsel vor Mexiko: Schutzglocke soll Ölpest eindämmen

zuletzt aktualisiert: 27.04.2010 - 19:30

New Orleans (RPO). Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko haben Rettungskräfte mit dem Bau einer riesigen Schutzglocke zur Abdeckung der gesunkenen Bohrinsel begonnen. Die Bauarbeiten würden jedoch zwei bis vier Wochen in Anspruch nehmen, erklärte die US-Küstenwache am Dienstag. Der Ölteppich trieb unterdessen weiter auf die südliche Küste der USA zu.

Die Baurarbeiten an der kuppelförmigen Abdeckung hätten "vor kurzem" begonnen, sagte Prentice Danner, Sprecher der US-Küstenwache, der Nachrichtenagentur AFP. Mit der Struktur könne das Öl aufgefangen und anschließend abgepumpt werden. "Das ist das erste Mal, dass so etwas versucht wird", sagte Danner.

Auf der Plattform "Deepwater Horizon", die dem Unternehmen Transocean gehört und von BP betrieben wird, hatte sich vor einer Woche eine gewaltige Explosion ereignet. Zwei Tage später sank die Bohrinsel, elf Arbeiter galten am Dienstag weiter als verschollen. Hoffnung, sie noch lebend zu finden, bestand praktisch nicht mehr. Die Witwe eines vermissten Arbeiters reichte gegen die Betreiber der Bohrinsel eine Schadenersatzklage ein.

BP hat vier Unterwasserroboter im Einsatz, die das Bohrloch verstopfen sollen, aus dem in 1500 Meter Tiefe rund 160.000 Liter Öl pro Tag ins Meer strömen. Bis zum Dienstag brachten die Roboter, eine Art unbemannte Mini-U-Boote, noch keinen Erfolg. Sollte die Schließung des Bohrlochs misslingen, müssten die Experten Entlastungs-Löcher graben, um den Ölfluss aus dem offenen Loch nach und nach versiegen zu lassen. Dies könnte nach Einschätzung von BP zwei bis drei Monate dauern. Die Schutzglocke gilt als beste Lösung, um die Ölpest kurzfristig einzudämmen.

Die Ölpest bedroht die Küsten der US-Bundesstaaten Louisiana, Alabama und Mississippi. In dem dortigen Ökosystem leben Wasservögel, Garnelen und Austern. Satellitenaufnahmen zeigten, dass der Ölteppich am Dienstag rund 50 Kilometer vor der Küste von Louisiana im Meer trieb. Der Ölteppich war bis zu 77 Kilometer lang und 62 Kilometer breit.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnte vor einer massiven Bedrohung des Ökosystems im Golf von Mexiko. "Wenn das Leck nicht geschlossen wird und wenn da jeden Tag eine große Menge Öl ausströmt, dann kann man eine Verschmutzung wie beim Tankerunfall der 'Prestige' im Jahr 2002 nicht ausschließen", sagte Greenpeace-Sprecher und Ölexperte Christian Bussau am Dienstag dem Radiosender hr-INFO. Damals waren mehrere hundert Kilometer an der nordwestspanischen Küste verseucht worden.

BP-Chef Tony Hayward bedauerte in einer Email an die Mitarbeiter des Unternehmens den "tragischen Unfall". "Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht", schrieb er. Über den wahrscheinlichen Tod der elf Arbeiter zeigte er sich "zutiefst betrübt".

Quelle: AFP/csi

 
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