Nach Diebstahl von Auschwitz-Schild: Schwede Högström an Polen ausgeliefert
zuletzt aktualisiert: 09.04.2010 - 18:41Warschau (RPO). Nach dem Diebstahl des Schriftzugs "Arbeit macht frei" aus dem ehemaligen NS-Konzentrationslagers Auschwitz ist der als Drahtzieher verdächtigte schwedische Rechtsextremist Anders Högström an Polen ausgeliefert worden.
Nach Angaben der polnischen Polizei landete Högström am Freitag an Bord eines polnischen Militärflugzeugs in der Hauptstadt Warschau. Danach wurde er weiter nach Krakau im Süden des Landes geflogen; dort soll er der Justiz übergeben werden. Nach Angaben der Krakauer Staatsanwaltschaft soll der 34-Jährige zunächst zwei Wochen in Untersuchungshaft kommen und kommende Woche verhört werden.
Högström, der in Polen wegen Anstiftung zum Diebstahl gesucht wird, war am 11. Februar in Stockholm festgenommen worden. Einen Monat später hatte ein Gericht seiner Auslieferung an Polen zugestimmt. Högström hatte in den 90er Jahren in Schweden die Nationalsozialistische Front gegründet, sich aber später vom Neo-Nationalsozialismus abgewandt. Er bestritt die Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Auschwitz-Diebstahl, soll dann aber laut schwedischen Medienberichten eine Verwicklung dahingehend eingeräumt haben, dass er bei der Aufklärung des Falles habe helfen wollen.
Der Schriftzug "Arbeit macht frei" war im Dezember gestohlen worden. Wenige Tage später fand die Polizei ihn in drei Teile zerlegt im Norden Polens und nahm fünf polnische Verdächtige fest. Ende Januar erhielt das Auschwitz-Museum den Schriftzug zurück. Der Diebstahl hatte in Polen, Deutschland, Israel und in jüdischen Gemeinden in aller Welt Empörung hervorgerufen. In dem NS-Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau wurden zwischen 1940 und 1945 etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet, davon eine Million Juden.
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