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Schweizer Tradition
In Appenzell rauchen schon die Grundschüler

Appenzell. In Appenzell dürfen Kinder zu bestimmten festlichen Anlässen rauchen. Schon Grundschüler greifen etwa beim Appenzeller Viehschauen zum Glimmstengel. Das sorgt für Kritik. 

"Hast du mal ne' Zigarette?" "Ja, Klar!" Eine ganz normale Situation – würde es sich dabei nicht um Kinder handeln. In Appenzell qualmen teilweise schon die Grundschüler, doch das ist hier kein ungewohntes Bild.  Die Kinder dürfen sich ganz offiziell eine Zigarette, "Krumme" oder Pfeife anzünden – zumindest an bestimmten Tagen. Der Grund: eine alte Tradition. 

Die Appenzeller Viehschauen gibt es seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Dort fachsimpeln bereits die Kleinsten über das prächtig geschmückte Vieh, natürlich mit einer Zigarette in der Hand. 

"Am Funkensonntag und an den kantonalen Viehschauen in Appenzell" sei den Kindern das Rauchen ganz offiziell erlaubt, heißt es von der örtlichen Tourismusbehörde. Woher dieser Brauch komme, wisse sie selbst nicht genau, sagte eine Sprecherin dem Schweizer Online-Portal 20 Minuten. Das sei eben so.

Warnung des Gesundheitsamtes 

Bei Besuchern der Viehschauen sorgt der Brauch allerdings für Aufsehen und viel Kritik. Auch das örtliche Gesundheitsamt Appenzell Innerrhoden empfiehlt den Eltern ihren Kindern das Rauchen trotz der Tradition zu verbieten. Denn umso früher sich der Mensch an Nikotin gewöhnt, umso schwerer sei es, wieder damit aufzuhören. 

In der Schweiz leben rund acht Millionen Menschen. Jährlich sterben laut dem Bundesamt für Gesundheit etwa 9000 Menschen an den Folgen des Rauchens.

In anderen Ländern werden die Gesetzte dagegen immer strenger. So wird in Deutschland seit Jahren darüber diskutiert, ob das Rauchen auch beim Autofahren verboten werden soll. In England werden Autofahrer dafür nun zur Kasse gebeten.

(lkö)
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