Sexuelle Übergriffe auch in Deutschland: Schweizer gibt Missbrauch von 114 Jugendlichen zu
zuletzt aktualisiert: 01.02.2011 - 19:08Genf (RPO). Ein Schweizer Sozialarbeiter hat sexuelle Übergriffe auf mehr als 100 behinderte Kinder und Jugendliche in Deutschland und der Schweiz gestanden. Die Taten soll er in mehreren Pflegeheimen verübt haben. Die meisten Fälle sind verjährt.
Der 54-Jährige habe die Misshandlung von 114 geistig oder körperlich behinderten jungen Menschen in den vergangenen 29 Jahren zugegeben, teilte die schweizerische Staatsanwaltschaft am Dienstag in Bern mit. In weiteren acht Fällen habe er versuchte Übergriffe gestanden.
Die Taten habe der Mann in neun verschiedenen Pflegeheimen verübt, von denen sich eines in Deutschland befunden habe, hieß es. Er habe sich sowohl an Jungen als auch an Mädchen vergangen. Sein jüngstes Opfer sei ein Jahr alt gewesen. Nach Angaben der Staatsanwälte sind 33 Fälle noch nicht verjährt.
Die Staatsanwaltschaft hatte vor etwa einem Jahr Ermittlungen aufgenommen, nachdem zwei behinderte Jungen ihren Eltern von sexuellen Kontakten mit dem Betreuer erzählt hatten. Im April 2010 wurde der Beschuldigte festgenommen. Im Zusammenhang mit einer Ermittlung gegen einen anderen Pfleger war er bereits im Jahr 2003 ein erstes Mal ins Visier der Justiz geraten. Damals soll er zusammen mit seinem Kollegen ein 13 Jahre altes Mädchen missbraucht haben. Die Tat konnte ihm jedoch nicht nachgewiesen werden.
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