Hurrikan "Felix" erreicht Nicaragua: Schwere Überflutungen befürchtet
zuletzt aktualisiert: 04.09.2007 - 18:17Managua (RPO). Zwar schwächte sich der Monstersturm "Felix" nach dem Erreichen der Nordküste Nicaraguas etwas ab, das US-Hurrikanzentrum in Miami geht aber dennoch von gewaltigen Schäden aus. Sinnflutartige Regenfälle und schwere Überflutungen werden erwartet.
Der Sturm erreichte mit Windgeschwindigkeiten von 260 Kilometer in der Stunde die Region um Punta Gorda im Norden Nicaraguas. Am Nachmittag schwächte sich "Felix" über Land mit Geschwindigkeiten von rund 160 Stundenkilometern zum Hurrikan der Stufe 2 ab.
"Jetzt werden die sintflutartigen Regenfälle, die Mittelamerika nach dem Sturm heimsuchen könnten, zur größten Sorge", erklärte das US-Hurrikanzentrum in Miami. In weiten Landesteilen könnte es zu schweren Überflutungen kommen.
In der nördlichen Region Puerto Cabezas Hausdächer herunter und knickte Bäume und Strommasten um. Präsident Daniel Ortega rief seine Landsleute zum Verlassen der Sturmgebiete auf. Rund 12.000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. "Felix" zog weiter in Richtung Honduras.
"Es gibt viele eingestürzte Häuser, abgerissene Dächer", sagte ein örtlicher Abgeordneter in Puerto Cabezas. Die in den Sturmgebieten von Nicaragua eingesetzte Armee teilte mit, für eine Prüfung des Ausmaßes der Schäden müsse der Hurrikan zunächst abklingen. Außerdem könnten sich die Einsatzkräfte erst dann um mögliche Opfer und Vermisste kümmern.
Die Zivilschutzbehörde von Nicaragua brachte rund 10.000 Menschen vor dem Sturm in Sicherheit. Tausende Menschen weigerten sich demnach jedoch, ihre Häuser zu verlassen. "Zögern Sie nicht, tun Sie alles Mögliche, um die Bevölkerung davor zu warnen, dass die Lage heikel ist", erklärte Staatschef Ortega.
Auch in Belize wird "Felix" erwartet
Das Hurrikanzentrum in Miami sagte voraus, dass sich der Sturm weiter in Richtung Westen bewegen und im Laufe des Tages auch das benachbarte Honduras erreichen werde. Die dortigen Behörden brachten die Touristen auf den beliebten Inseln Roatan, Utila und Guanaja in Sicherheit. Präsident Manuel Zelaya warnte, "Felix" habe die Kraft, "sehr schwerwiegende Schäden, materielle und menschliche Verluste" anzurichten.
Auch in Belize, wo "Felix" am Mittwoch erwartet wird, rüsteten sich die Menschen für den zweiten atlantischen Hurrikan der Saison nach "Dean" im vergangenen Monat. Viele Bewohner legten Wasser- und Lebensmittelvorräte an und vernagelten ihre Fenster.
"Felix" dürfte seinen Weg über Belize und Guatemala nach Mexiko fortsetzen. Der Wirbelsturm würde damit denselben Weg nehmen wie 1998 der Hurrikan "Mitch". Damals kamen mindestens 11.000 Menschen ums Leben, weitere 8.000 gelten nach wie vor als vermisst. Die meisten Opfer gab es in Honduras und Nicaragua.
"Henriette" wirbelt bereits über dem Pazifik
Der US-Hurrikanforscher William Gray erklärte am Dienstag, dass er für diese Saison weniger Stürme erwarte als bisher prognostiziert. 2007 werde mit vermutlich sechs Hurrikanen - davon drei sehr starke - trotzdem ein Jahr über dem Durchschnitt sein, erklärte der Experte von der Colorado State University. Die Hurrikan-Saison über dem Atlantik geht von Juni bis November.
Auf dem Pazifik bereitete ein anderer Wirbelsturm den Menschen Sorgen: An der mexikanischen Küste erreichte "Henriette" mit Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde Hurrikan-Stärke. Der Sturm nahm am Dienstag Kurs auf die Halbinsel Baja California und war am späten Nachmittag etwa 100 Kilometer von der Küste entfernt.
Im beliebten Ferienort Cabo San Lucas waren bereits die ersten Ausläufer zu spüren, eine Frau ertrank nach Polizeiangaben in den hohen Wellen. Am Wochenende löste "Henriette" Überschwemmungen und Erdrutsche aus, die in Acapulco sechs Menschen das Leben kosteten.
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