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Indonesien: Schweres Erdbeben fordert mindestens vier Menschenleben

zuletzt aktualisiert: 17.11.2008 - 13:32

Jakarta (RPO). Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,5 vor der Insel Sulawesi hat am Sonntag Indonesien erschüttert. Mindesten vier Menschen starben. Kurzzeitig löste das Beben eine Tsunami-Warnung aus.

Ein schweres Erdbeben erschütterte Indonesien.  Foto: AFP, AFP
Ein schweres Erdbeben erschütterte Indonesien. Foto: AFP, AFP

Weitere 77 Menschen wurden als verletzt registriert, wie das Gesundheitsministerium in Jakarta am Montag mitteilte. Mehr als 800 Häuser wurden zum Teil schwer beschädigt, einige stürzten völlig ein. Eine Tsunami-Warnung wurde jedoch nach kurzer Zeit wieder aufgehoben.

Das Beben erreichte nach Angaben der Erdbebenwarte in Golden im US-Staat Colorado eine Stärke von 7,5. Es hatte sein Zentrum rund 135 Kilometer von der Ortschaft Gorantalo entfernt rund 26 Kilometer unter dem Meer. Zwei heftige Nachbeben der Stärke 5,5 und 5,1 folgten.

Die Bewohner von Sulawesi wurden mitten in der Nacht (Ortszeit) von den Erschütterungen überrascht. Viele flohen in Panik aus ihren Wohnhäusern sowie aus Hotels und sogar aus Krankenhäusern. Auch nach der Aufhebung der Tsunami-Warnung weigerten sich viele Menschen, in ihre Häuser in Küstennähe zurückzukehren. Sie verbrachten die Nacht auf den Hügeln der Umgebung.

Erst am vergangenen Dienstag war fast vier Jahre nach der Tsunami-Katastrophe von 2004 ein deutsch-indonesisches Frühwarnsystem in Betrieb genommen worden. Nun senden Bojen, Seismometer und Sensoren an der Oberfläche sowie auf dem Grund des Ozeans Daten in ein Lagezentrum in Jakarta, von wo aus binnen Minuten Alarm gegeben werden kann. So soll mehr Zeit für Evakuierungen bleiben.

An Weihnachten 2004 riss eine gewaltige Flutwelle nach einem Seebeben im Indischen Ozean rund 230.000 Menschen in den Tod. Die meisten Opfer waren in Indonesien zu beklagen. Im vergangenen Jahr kamen bei einem Tsunami auf der indonesischen Insel Java fast 5.000 Menschen ums Leben.

Info

Stichwort Tsunami

Der japanische Begriff Tsunami bedeutet eigentlich Welle im Hafen, wird weltweit aber für Flutwellen benutzt, die von Erdbeben, Erdrutschen oder Vulkanen unter der Meeresoberfläche verursacht werden. Tsunamis bestehen aus einer Serie von Wellen, die sich im tiefen Ozean mit Geschwindigkeiten von über 800 Kilometern pro Stunde ausbreiten können. Im flachen Wasser pflanzen sie sich nur noch mit Tempo 30 bis 50 fort.

Tsunamis erreichen auf hoher See nur geringe Höhen von meist 30 bis 80 Zentimetern. Sie entfalten ihre Zerstörungskraft in den flachen, küstennahen Gewässern, wo sie sich im Extremfall zu gigantischen Wellenbergen von 30 bis 50 Metern aufstellen können. Die meisten Tsunamis ereignen sich im Pazifischen Ozean, sie können aber auch in allen anderen Ozeanen und Meeresgebieten auftreten, wie das Geoforschungszentrum Potsdam notiert.

Die bislang schwerste Tsunami-Katastrophe wurde am 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean von einem Erdbeben vor Sumatra ausgelöst. Damals kamen etwa 230.000 Menschen ums Leben. Am 27. August 1883 verursachte der Ausbruch des Vulkans Krakatau eine 30 Meter hohe Welle an den Küsten von Java und Sumatra, die mehr als 36.000 Menschen in den Tod riss. 1946 löste ein Erdbeben auf den Aleuten einen Tsunami aus: In Alaska kamen dabei fünf Menschen ums Leben, Stunden später auf Hawaii weitere 159. Im Juli 1998 riss eine Flutwelle nach einem Beben vor Papua-Neuguinea mehr als 1.200 Menschen in den Tod, im Juli 2006 überschwemmte eine zwei Meter hohe Flutwelle Urlaubsorte und Fischerdörfer auf Java. Mehr als 300 Menschen starben.

Quelle: afp

 
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