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Haiti Earthquake
  Foto: The Virginian-Pilot, AP

Mindestens drei deutsche Todesopfer: Schweres Nachbeben erschüttert Haiti

zuletzt aktualisiert: 20.01.2010 - 16:01

Washington (RPO). Haiti ist am Mittwoch erneut von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Der Erdstoß hatte nach ersten Angaben der US-Erdbebenwarte die Stärke 6. Menschen rannten in Panik auf die Straße. Das Beben vom vergangenen Dienstag hatte eine Stärke von 7.

Das Zentrum des Bebens liegt 60 Kilometer nordwestlich von Port-au-Prince.  Foto: USGS
Das Zentrum des Bebens liegt 60 Kilometer nordwestlich von Port-au-Prince. Foto: USGS

Acht Tage nach der Erdbebenkatastrophe in Haiti hat ein starkes Nachbeben die Überlebenden in Angst und Schrecken versetzt. Der Erdstoß am Mittwoch hatte die Stärke 6,1, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte. Sein Zentrum lag knapp 60 Kilometer nordwestlich von Port-au-Prince in 22 Kilometern Tiefe.

Aller Wahrscheinlichkeit sind bei dem Erdbeben in der vergangenen Woche mindestens drei Deutsche ums Leben gekommen. Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch mitteilte, gibt es wohl zwei weitere Todesopfer, deren endgültige Identifizierung noch aussteht. Bislang war ein deutsches Opfer bekannt. Die Zahl der Vermissten wurde am Mittwoch mit sieben angegeben. Bei ihr gibt es fast täglich Schwankungen.

Überlebende wie durch ein Wunder geborgen

Rettungskräfte konnten nach dem verheerenden Beben am Dienstag vergangener Woche unterdessen wie durch ein Wunder weitere Überlebende bergen. Die Versorgung der Erdbebenopfer kam wegen logistischer Probleme weiter nur langsam voran.

Das Beben am Mittwoch ereignete sich kurz nach 6 Uhr morgens. In Port-au-Prince rannten die Menschen in Panik auf die Straßen. Eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation CARE schrieb per SMS: "Wir sind sicher, aber sprangen alle aus den Betten wie Verrückte. In den Straßen herrscht Panik."

Eine 69 Jahre alte Frau wurde am Dienstag in den Trümmern der einstigen Residenz des Erzbischofs in der Hauptstadt Port-au-Prince gefunden. Sie ist nach Aussage der Ärzte dehydriert, hat eine ausgerenkte Hüfte und ein gebrochenes Bein. "Ich bin okay, sozusagen", rief Ena Zizi, als sie von mexikanischen Rettungskräften auf einer Trage weggebracht wurde. Dann stimmte die tiefgläubige Katholikin Lobgesänge an. Drei weitere Frauen konnten aus der eingestürzten Universität und einem Geschäft gerettet werden.

"Sie müssen uns bald irgendetwas geben"

Das Welternährungsprogramm (WFP) erklärte, bislang seien rund eine Million Lebensmittelrationen an rund 200.000 Menschen verteilt worden. Insgesamt brauchen drei Millionen Überlebende in Haiti dringend Unterstützung. In den kommenden vier Wochen sollen laut WFP 100 Millionen Fertigmahlzeiten ausgegeben werden. WFP-Direktorin Josette Sheeran wollte am Donnerstag nach Haiti aufbrechen.

"Wir brauchen so viel. Lebensmittel, Kleidung, wir brauchen alles", sagte die 29-jährige Sophia Eltime. "Ich weiß nicht, wer dafür verantwortlich ist, aber sie müssen uns bald irgendetwas geben", erklärte die zweifache Mutter.

Ein Großteil der gespendeten Hilfsgüter liegen wegen logistischer Probleme bislang in Lagerhäusern oder wurden in die benachbarte Dominikanische Republik umgeleitet. US-Verteidigungsminister Robert Gates kündigte am Mittwoch die Entsendung eines Militärschiffes an, das die Trümmer im Hafen von Port-au-Prince beseitigen soll. Damit könne der Hafen in ein oder zwei Wochen wieder in Betrieb genommen werden.

Hohe Spendenbereitschaft auch in Deutschland

Die Spendenbereitschaft für die Erdbebenopfer in Haiti ist indes ungebrochen. Bei der ZDF-Spendengala "Wir wollen helfen - Ein Herz für Kinder" kamen am Dienstagabend fast 18 Millionen Euro zusammen. Das Geld soll außer der Organisation "Ein Herz für Kinder" dem Deutschen Roten Kreuz, Caritas International, der Welthungerhilfe sowie der Diakonie Katastrophenhilfe zugute kommen.

Die Bundesregierung stockte unterdessen ihre Nothilfe für den Karibikstaat auf 10 Millionen Euro auf. Zugleich kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Fernsehgala an, die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden an anerkannte Hilfsorganisation ähnlich wie beim Tsunami 2005 zu erleichtern.

Quelle: AFP/csi

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